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Aus den "Deutschen Nachrichten" |
Fra den tyske avis |
Einzelne Lager |
Om de enkelte lejre |
Deutsche Nachrichten 1947 Nr 14
vom 14. April 1947 |
Deutsche Nachrichten 1947 nr 14
fra 14. april 1947. |
Haben Sie Ihr Gepäck in Ordnung af Richard Mahlo, Flüchtlingslager
Hvorup Plantage, #1.
Flüchtlinge untereinander af W. Saleschus, Aalborg --
Thistedvejen. #18.
Krieg dem Kriege durch Heimatgenüge af Herm. Friedrich Schulz,
Aalborg
Ost III Altersheim, Baracke 300. #28.
Tod und Trost af Hans-Joachim Karrich, Oksbøl. #39.
Ein gutes und kluges Werk af Bernhard Mengkowski, #48. |
Har De Deres bagage i orden?
Flygtninge indbyrdes
Krig mod krigen ved at nøjes med hjemstavnen
Død og trøst
En god og klog gerning. |
| 1 Haben Sie Ihr Gepäck
in Ordnung |
Har De Deres bagage i orden? |
| 2 Gestatten,
dass ich vorstelle: Frau Justizamtskanzleiverwaltungssekretär Blubbereit
-- sie kann auch anders heissen und einen anderen Titel haben, aber den
Titel bitte nicht vergessen (man ist doch wer!). Frau Blubbereit ist wer,
sie hat es, sie kann es. Ihr "Papchen" (Kinder haben sie nicht aus Protest
gegen Hitler, sagt sie jetzt) sitzt schon wieder in Deutschland im warmen
Nest -- Westzone natürlich. Er verfügt über geradezu komfortable
Gelasse, lebt gut und fett (Karten? -- pff., wer kann davon leben?) |
Tillad mig at forestille fru justitsamtskanseliforvaltningssekretær
Mumlesen for Dem -- hun kan også hedde noget andet og have en anden
titel, men pas på ikke at glemme titlen (man er dog ikke hvemsomhelst).
Fru Mumlesen er ikke hvemsomhelst, hun har det, hun kan det. Hendes "lille
mand" (børn har de ikke for at protestere mod Hitler, siger hun
nu) sidder allerede igen i Tyskland i den varme rede -- i vestzonen naturligvis.
Han forføjer over nogle ganske konfortable værelser, lever
godt og fedt (rationeringskort? -- føj, hvem kan leve af dem?) |
| 3 Er sitzt in irgendeiner Kommission
und hat noch nie gefroren. Tja, er was schon immer gegen Hitler, schon
vor 1923, eigentlich von Geburt an, im übrigen aber ist er tüchtig,
tüchtig. Blubbereits kannten nie Not, denn sie hatten Beziehungen
-- Vitamine B. Wenn Frau Blubbereit auspackt, in der Erinnerung, dann fliegen
die Gänsebraten, Rehrücken, Eingemachtes-Batterien, Zucker-,
Mehl-, Seifen-, Stoffvorräte, die Torten, Marzipangebäcke, Liköre,
Zigarren, Leckereien so toll durcheinander, dass die abgehärmte junge
Kriegerwitwe, die in der kältesten Stubenecke mit ihren 4 Kindern
hausen muss, manchmal hinterrücks nach dem Schrubber tastet, um sich
an diesem volksfeindlichen Parasiten -- Frau Blubbereit nämlich --
wenigstens einmal ihr Mütchen zu kühlen für all die leiblichen
und seelichen Nöte, die sie während des Krieges und nachher ausstehen
musste für das Opfer ihres Mannes, dem die Pflicht gegen das Volk,
nicht aber gegen Hitler, über alles gegangen war. |
Han sidder i en eller anden kommission og har endnu aldrig frosset.
Tja, han har jo altid været imod Hitler, allerede før 1923,
egentlig lige fra fødslen, men iøvrigt er han dygtig, dygtig.
Mumlesens kendte aldrig til nød, for de havde forbindelser -- Vitamin
B. Når fru Mumlesen pakker ud, i erindringen, så flyver gåsestegene,
dyreryggene, syltekrukker, sukker-, mel-, sæbe-, stofforråd,
tærter, marcipanbagværk, likøre, cigarer, lækkerier
så lystigt omkring mellem hinanden, at den forgræmmede unge
krigsenke, som må hytte sig i det koldeste stuehjørne med
sine fire børn, ofte bag ryggen griber efter gulvskrubben, |
| 4 Doch Frau Blubbereut redet nicht
nur, sie hat Talent zur Wirtschaftskammer, zur Küche -- weniger zum
Küchendienst. Sie boykottiert und intrigiert, sie streichelt und schmeichelt
und schon sind die Schuhe wieder gemacht, während die anderen seit
Monaten warten. |
|
| 5 Sie hat die schönste Stubenecke,
im Winter beim Ofen, im Sommer am Fenster. Sie hat es zuwege gebracht,
dass die Kinder in der Stube mäuschenstill bleiben und dass sie nun
endlich gegen den Willen der Mehrheit mit Hilfe ihres Freundes, des Barackenwarts,
Stubenälteste wurde, für die ja doch bei der Butterverteilung
immer noch etwas am Messer kleben bleibt, wenn sich die anderen -- wie
so oft -- damit abfinden. |
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| 6 Das heisst, der tatsächliche
Nutzungswert der Frau Blubbereit für das Lager ist gleich Null, da
sie ja ihre "Leute" zur Bedienung erzog, im übrigen aber vielfach
leidend ist. Nur nicht an der Zunge, die tremoliert fabelhaft, wenn sie
so über die "wirkliche" Lage Deutschlands, eben soweit es ihre Verwandten
und ihren mit noch mehr Gerissenheit befruchteten "Papchen" bestrifft,
berichtet. |
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| 7 Der Bruder ist in dieser Stellung,
der Schwager bereits in leitender, die Schweseter mit der Nichte "arbeiten"
beim Engländer, Büro natürlich, usw. usw. Und alle leben
und wohnen gut, sie haben's geschafft. Nur sie, die Frau Blubbereit, wird
hier von den Dänen zurückgehalten. Wer soll dem "Papchen" nun
den "Pamps" bereiten oder die Socken stopfen. Unerhört, diese Dänen,
uns hier wie Gefangene hinter Stacheldraht zu halten, bewacht, mit aufgepflanztem
Gewehr. Letzte Nacht haben sie erst wieder geschossen. Und dann hier so
mit all und jedem zusammengesperrt in einer Stube, wo es noch kalt ist
bei dem nassen Torf. |
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| 8 Nein, es ist furchtbar und Frau
Blubbereits Augen feuchten sich vor Leid, Wut und Eifersucht, denn sie
kennt ihr "Papchen" auch von der Seite. Und die so stöhnen und schimpfen
wie Frau Blubbereit, sint nicht gering an Zahl. Sie haben alle ihr "Papchen",
der natürlich kriegsuntauglich oder "u. k." gestellt war, oder ihren
Schwager, Bruder oder Onkel, denen es wieder gut geht, trotz Flucht usw. |
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| 9 Wie es den anderen Müttern
mit Kindern, Alten, Krüppeln geht, war denen schon immer gleichgültig.
Aber so wie den Dänen wäre es auch uns ganz angenehm, wenn uns
die ganze Blubbereits Gesellschaft bald aus dem Gesichtskreis käme,
möglichst für immer. Aus Anlass der zweijährigen Wiederkehr
unseres "Einzuges" in Dänemark seien mal all denen, die an den Dänen
immer etwas auszusetzen haben, ein paar Fragen vorgelegt: Wie würden
Sie sich verhalten, wenn es umgekehrt wäre, wenn -- die Dänen
mögen bitte den Vergleich verzeihen -- die Dänen sich bei uns
in Lagern bereits 2 Jahre durchfüttern liessen, ohne Aussicht auf
Entschädigung und wenn die Dänen all die Schandtaten an den Völkern
und an uns verübt hätten, die man jetzt den Deutschen vorwirft? |
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| 10 Wenn man diese Dänen noch
murren und meckern würden, wenn ihnen das zuveil Erhaltene in Kolding
wieder abgenommen wird? Wenn die Dänen in unsere Gärten einbrechen
und sich an unsere Männer ranmachen würden? Was meinen Sie, was
Sie dann tung und forertn würden? Bei den Erfahrungen, die man als
Flüchtling mit seinen eigenen Landsleuten machte, würde man dann
wirklich sagen müssen: oh die armen Dänen, die lernen nu alle
das Konzentrationslager am eigenen Leibe spüren. |
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| 11 Oder wäre es anders?
Kann man sich vorstellen, dass dann beim Begräbnis eines einfachen
"dänischen" Flüchtlings die Stadtglocken läuten und die
vorbeigehenden "Deutschen" vor dem Sarg den Hut abnehmen, so wie es hier
der Fall ist? |
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| 12 Der Drahtzaun wurde doch nur um
unsere Lager gezogen, weil sonst jeder Däne sin Grundstück weit
mehr sichern und einen Hund hätte anschaffen müssen. Stellen
Sie sich mal vor, was gebettelt und gestohlen würde, wenn der Zaun
nicht wäre? Traurig, aber leider wahr. |
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| 13 Es ist viellicht wenig bekannt, dass
der Bauer in vielen Gegenden Dänemarks am Morgen Geld und einen Zettel
an die Chaussee legt, dass der Autobusführer später beides nimmt,
die Bestellung des Zettels besorgt, die eingekauften Sachen nachmittages
wieder an den Platz des Geldes hinlegt, wo es dann oft noch stundenlang
liegt, ehe der abgelegene Bauer die Sachen abholt. Eine solche Eherlichkeit
und Sicherheit dürfte fürn usn unvorstellbar sein. |
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| 14
Zwei Jahre sind Sie -- Frau Blubbereit u. Gen. -- nun hier und Sie wollen
bald reisen. Haben Sie auch Ihr Gepäck in Ordnung? Haben Sie aus unserer
aller Not gelernt? Haben Sie vor allem ein paar Weisheiten gehamstert und
verpackt, nämlich dass der Krieg, das Soldatspielen, die Sucht mehr
zu haben und zu sein als wie die anderen, unser aller Unglück wurden? |
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| 15 Haben Sie auch aus Ihren
Gepäck die verdrehte Redensart "Eigennutz geht vor Gemeinnutz", nach
der Sie lebten, entfernt? Haben Sie auch das notwendige Rüstzeug und
den eisernen Willen verpackt, in Deutschland kräftig mit Hand anlegen
zu wollen am Wiederaufbau, aber nicht im Büro, sondern am Trümmerhaufen?
Haben Sie auch die Vorbereitungspillen schon geschluckt, die Ihnen das
Schlankerwerden in Deutschland erträglicher machen? |
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| 16 Haben Sie auch ein Päckchen Nächstenliebe
und die sittlichen Gedanken der christlichen 10 Gebote gut verstaut, das
gehässige "Ich" ausgemistet und dafür das "Wir" über den
Vorsatz allen Handelns geschrieben? Haben Sie Hass, Neid, Verleumdung,
Rassenfeindschaft und nationalen Grössenwahn ausgerottet und ihre
so geläuterte Seele mit einer grossen Menschenliebe, mit Achtung und
Anstand gefüllt? |
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17 Werden Sie wenigstens dem letzten
Dänen, dem Sie begegnen, für seine und seines Volkes Gastlichkeit
danken, so wie man es als aufgezwungener Gast mindestens tun muss? Vergessen
Sie nichts, überlegen Sie in Ruhe nochmal. Es wäre nämlich
schmerzlich für Sie, wenn Ihnen später in Deutschland die Werteschaffenden,
die Leidenden, die Betrogenen, die Arbeiter am neuen besseren Deutschland
das alles zwangsweise beibringen müssten.
Richard Mahlo,
Flüchtlingslager Hvorup Plantage. |
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| 18 Flüchtlinge untereinander |
Flygtninge indbyrdes |
| 19
Es ist schon richtig, dass sich die Stimmung im Lager über den Rücktransport
grundlegend geändert hat. Das soll uns aber bei der ideologischen
Qualität der Flüchtlinge nicht wundern. Viel selbständiges
Denken kann man bei ihnen nicht voraussetzen. Sie sind ein Teil des deutschen
Volkes, das sich 12 Jahre und darüber hinaus recht bequem von allen
politischen und wirtschftlichen Fragen der Zeit ferngehalten hat. |
Det er nok rigtigt, at stemningen i
lejren har ændret sig grundlæggende på grund af tilbagetransporten.
Det skal imidlertid ikke undre os, når den ideologiske kvalitet af
flygtningene er, som den er. Megen selvstændig tænkning kan
man ikke forudsætte hos dem. De er en del af det tyske folk, som
gennem 12 år og mere ret bekvemt har holdt sig langt borte fra alle
politiske og økonomiske spørgsmål i tiden. |
| 20 Ihr Interessengebiet beschränkt
sich nur auf ihre persönliche Sicherstellung und da werden die Kämpfe
in der allernächsten Umgebung, also mit den Nachbarn ausgefochten.
Unter dem Motto: "Der Stärkste, der Beste" gehen so die täglichen
Kämpfe im Lager vor sich. Dieses wundert uns nicht, da diese Politik
von den Nazis als Programmthese aufgestellt war. Auf Grund dieser Charaktereigenschaft
gelang es der Naziherrschaft, ihre Anhänger zu gewinnen und sich eine
Zeitlang zu behaupten, bis es den demokratischen Ländern zu bunt wurde. |
Deres interesseområde indskrænkede sig til deres personlige
sikkerhed, og så udkæmpes kampene i de allernærmeste
omgivelser, altså med naboerne. Under mottoet "den stærkeste
er den bedste" foregår således de daglige kampe i lejren. Dette
undrer os ikke, da denne politik blev af nazisterne opstillet som programtese.
På grund af denne karakteregenskab lykkedes det for naziherredømmet
at vinde tilhængere og at gøre sig gældende en tid lang,
indtil det blev de demokratiske lande for broget. |
| 21
Wir haben unter den Flüchtlingen einen sehr grossen Teil, der sich
persönlicht durch den Krieg hat bereichern können, sei es durch
gute Verdienste der Kriegswirtschaft, durch Plünderungen aus den besetzten
Gebieten usw. Da sie nun alles im Stich lassen mussten, jammerten sie natürlich
am meisten, auch das Renommieren ging los, gleichzeitig suchten sie ihre
persönlichen Vorteile wieder rauszuholen. |
Vi har blandt flygtningene
en meget stor del, som personligt har kunnet beriget sig under krigen,
om det nu var ved gode fortjenester i krigsøkonomien eller ved plyndringer
fra de besatte områder, osv. Da de nu måtte lade det hele i
stikken, var det naturligvis dem, der jamrede sig mest, også deres
renomé gik fløjten, men samtidig søgte de igen at
skaffe sig personlige fordele. |
| 22 Sie besetzten die Positionen in
der Verwaltung wie Verpflegung, Bekleidung, Wohnung usw., da sie in der
Heimat schon durch die Parteiorganisationen solche Posten innehatten, auch
durch die Kriegsjahre dementsprechend gut hindurchgekommen waren. So gemein
und frech diese Sorte Flüchtlinge unter der Naziherrschaft sich betragen
hat, so triefen sie jetzt vor lauter Höflichkeit, besonders den dänischen
Verwaltungen gegenüber. |
De besatte stillingerne i forvaltningen som forplejning, beklæding,
bolig, osv., da de i hjemstavnen allerede havde sådanne poster gennem
deres partiorganisation, og også var kommet tilsvarende godt igennem
krigsårene. Ligeså gement og frækt den slags flygtninge
har opført sig under naziherredømmet, ligesådan drypper
de nu af lutter høflighed, især overfor den danske forvaltning. |
| 23 Wir haben auch die Erfahrung gemacht,
dass diese Sorte mit allen Mitteln weiter im Ausplünderungssystem
arbeitet und sich nicht mehr ändern wird. Daher widersetzen sie sich
schaft jeder Kontrolle, die auf Grund demokratischer Richtlinien in jedem
Lager durchgeführt werden sollte. Sie wollen es nicht verstehen, dass
im Flüchtlingslager die Grundlagen der Verwaltung anders sein sollen,
als es die Nazisten sich wünschen. |
Vi har også gjort den erfaring, at den slags med alle midler
arbejder videre i udplyndringssystemet og ikke mere vil ændre sig.
Derfor modsætter de sig skarpt enhver kontrol, som skal gennemføres
i enhver lejr på grund af demokratiske retningslinier. De vil ikke
forstå, at i flygtningelejren er grundlaget for forvaltningen et
andet, end nazisterne ønsker sig. |
| 24
Jeder Flüchtling hat das Kontrollrecht, darf sich über jede Sache
informieren, hat das Recht der Kritik und muss sich für jede Sache
interessieren. Es ist aber schwer, unter den Flüchtlingen, besonders
den älteren Jahrgängen, diese Erziehungsarbeit durchzuführen.
Sie sind den allgemeinen Fragen gegenüber sehr unzugänglich,
haben daher auch keinen Weitblick und verstehen die Zusammenhänge
unserer Lage nicht. |
Enhver flygtning har kontrolretten,
har lov til at informere sig om enhver sag, har ret til kritik og må
interessere sig for enhver sag. Men det er svært at gennemføre
dette opdragelsesarbejde blandt flygtningene, især blandt de ældre
årgange. De er meget utilgængelige for de almindelige spørgsmål,
har derfor heller ikke noget udblik og forstår ikke vores situations
sammenhæng. |
| 25 Der Gedanke des Teilens von Bekleidungsstücken
unter den Flüchtlingen ist eine Utopie. Wir haben gesehen, dass gerade
die Elemente, die sich tatkräftig alles aneignen, auch hier im Lager
wieder bald einen grossen Vorrat von Sachen hatten. Es ist klart, dass
solch ein Charakter, der nur mit Ellbogen arbeitet, das eroberte Zeug nicht
mit den schwachen Hilfsbedürftigen teilt. |
Tanken om at dele beklædningsstykker blandt flygtningene er en
utopi. Vi har set, at netop de elemente, som med energi tilegner sig alt,
også her i lejren snart igen havde et stort forråd af sager.
Det er klart, at en sådan karakter, der kun arbejder med albuerne,
ikke deler det erobrede tøj med de svage, der har hjælp behov. |
| 26 Mir ist es z. B. passiert, dass ich
von den Flüchtlingen nicht als normal angesehen wurde, weil ich Kindern
unserer Unterkunft ausgewachsene Sachen von meinen Kindern abgab, da ich
genügend von Hause habe mitnehmen können. Gewiss ist das für
solche Leute unbegreiflich. |
Jeg har f. eks. oplevet, at jeg af flygtningene ikke blev anset for
normal, fordi jeg i vores kvarter gav nogle børn nogen af de ting,
mine børn var vokset ud af, eftersom jeg kunne tage nok med mig
hjemmefra. Det var for den slags mennesker helt ubegribeligt. |
27 Wir sind es aber von unserem Elternhause
her gewöhnt, eher zu teilen, als unmittelbarem Elend gegenüber
teilnahmslos zu sein, weil wie Solidaritätsgefühl und entsprechendes
Handeln für wertvoll halten.
W. Saleschus,
Aalborg -- Thistedvejen. |
Men vi er vant til derhjemmefra, hellere at dele, end overfor umiddelbar
elendighed at være udeltagende, fordi vi regner solidaritetsfølelser
og den tilsvarende handling for værdifuld.
W. Saleschus,
Aalborg. |
| 28 Krieg dem Kriege durch Heimatgenüge
(Svar: 15/1947#32) |
|
| 29
Schon der rein tierische Selbsterhaltungstrieb macht dem vernünftigen
Menschen die Mässigung zur Selbstverständlichkeit. Der vernünftige
Mensch sorgt dafür, dass der Naturschatz an Schaffens- und Genusskräften
in seinem Körper und seinem Lande unvermindert erhalten bleibt. Er
gibt nicht mehr, eher weniger aus, als er seinem Vorrat an Stärkungsmitteln
zuführt. Immer einen Überschuss an gesunder Naturkraft "zur Hand"
zu haben, ist natürlich wirtschaftlich vernünftig. |
|
| 30
Die natürlichen Rechte aller auf Heimat, nützliche Arbeit, richtige
Bewertung und mässigen Genuss zu achten, die Entwicklungskräfte
zu stärken und zu mehren, das ist die Aufgabe der naturpflegenden
Heimatwirtschaft, sie muss überall aud der Erde eingerichtet werden. |
|
| 31
Jedes Volk ist nach der Naturordnung auf sich angewiesen; so wird die Pflege
der Heimatnatur eine Lebensnotwendigkeit, die Ausbeutung der Fremde und
der Naturkräfte muss als "wilder Zustand" endlich aufhören. |
|
| 32
Was bleibt dem nach dem Guten strebenden Menschen angesichts der verderblichen
Wirkung der Abhängigkeit von der Fremde übrig? Selbst den Männern
der alten Schule steigen Bedenken auf. Hier eine Bemerkung Ballods (um
1917) in den "Arbeitszielen de deutschen Landwirtschaft nach dem Kriege",
von Braun und Dade: "Der deutsche Reichtum stammte zum guten Teil aus der
durch unseren industriellen Export bewirkten wirtschaftlichen Erschliessung
fremder Landgebiete. |
|
| 33 Dies ist in letzten Grunde die Ursach
des Weltkrieges gewesen, und es fragt sich, ob es für uns nach dem
Kriege wirklich gesund und erspriesslich ist, auf dem bisherigen Wege weiterzugehen,
oder ob nicht ein Abbau unserer wirtschaftlichen Beziehungen im Interesse
der nationalen Sicherheit vorzuziehen wäre." |
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| 34
Darauf gibt es nur eine Antwort: "Der Reichtum der Krämer war die
Lockspeise und das Gift, dem Deutschland verfiel. Wirklich gesund und erspriesslich
ist die Pflege des Heimatbodens, der alle Schätze des Guten in sich
birgt." |
|
| 35
Je mehr übrigens der Geist nach Klarheit, der Körper nach Gesundheit,
das Gefühl nach Natürlichkeit ringt, je mehr werden Bodenständigkeit,
Naturpflege der Heimat, völkische Gemeinschaft und Mässigung
in den Bedürfnissen als einzig entwicklungsfördend erkannt werden.
Das Begehren nach dem Fremden, Naturausschlachtung, Welthandel, Massenfertigung
mit grossen Mitteln, sind wissenschaftlich als verderbenbringend erkannt. |
|
| 36 Jenseits des Ozeans wird schon befürchtet,
dass das Nichtvorhandensein Deutschlands im Welthandelsgeschäft der
Anfang vom Ende des Welthandels sei. Es liegt also in Deutschlands Hand,
die Entwicklung der ganzen Welt auf die Grundlage der Heimatwirtschaft
zu stellen. |
|
| 37
Für alle Schädigungen, die in einem Raufhandel unter Krämern
entstehen, sind alle verantwortlich, gerechterweise aber zunächst
die ältesten im Krämergewerbe, die als Verführer gelten. |
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38
Die Wissenschaft von der Naturrichtigkeit und Durchführbarkeit der
Heimatwirtschaft gründet sich auf die Erfahrung von Jahrtausenden,
sie harrt der Vervollkommnung. Die Welt musste zu allem Leid der Krämerwirtschaft
auch noch das furchtbare Weh der Weltkriege erleiden, weil die führenden
Geister von der Krämerirrlehre verdunkelt und befangen waren, es auch
heute noch sind und die Erlösung der Welt von Kriegen und Freidenselend
verhindern.
Herm. Friedrich Schulz,
Aalborg Ost III Altersheim, Baracke 300. |
|
| 39 Tod und Trost |
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| 40
Noch immer stöhnen die Felder von dem letzten Krieg. Die Erde gähnt
und Wehen und Schmerz quellen aus ihrem von Wunden brennenden Leib, der
von düsterer Ahnung geschwollen ist, von einer Ahnung, deren bittere
Wahrheit Millionen Herzen erbeben liess. Und Mahnrufe ringen sich los von
den blassen Lippen der Toten, die ohne Schuld starben -- finsteres Grauen,
unheimliches Entsetzen und ängstliches Bangen umklammern unsere Hirne
-- das ist ihr Mund, der aus den Gräbern brüllt, ihr Geist, der
Wahrheit zeugte. |
|
| 41
Da lagen sie, schmerzgekrümmt, auf der nackten Erde und träumten
von der Süsse des weigen Schlafes. Und ihr Blut tränkte die neue
Saat -- ein Leben, dessen Krone nicht in dem Martyrium eines Heroen des
Schwertes ist. Und die graue Erde trank ... schlürfte rotes Blut,
das aus tausend reinen Herzen quoll -- und die starren Leichen versanken
in dem unermesslichen, weiten Schoss. |
|
| 42
Aber die Millionen, die auf den Schlachtgefilden den Heldentod starben,
dienten nur einer Pflicht ... deren höchster Stern, deren erstes Gebot,
ihr Sterben war. Sie glaubten an ihren Gott ... aber er war ein Götze:;
blutrünstige Gier! Macht! -- Er lauschte ihrem Gebet, das ihnen ein
Vermächtnis blieb. |
|
| 43
Und nun, da die Wahrheit den Schleier von sich stösst, dringen Klagerufe
aus den schwarzen Grüften. Drohende, verzerrte Miene einer Mutter,die
ihren tapferen Sohn in dem Staube erkannte, starrt uns an, und ein letztes
zauberhaftes, mysteriöses Lächeln flieht und Schrecken und Kummer
und Angst schläft in dem Antlitz ... aber ein grauer Schleier trinkt
auch dieses ... |
|
| 44
An dem kleinen Grabhügel steht ein Kreuz. Es reckt sich aus dem Boden
empor, als käme das schmerzerfüllte Stöhnen aus deisem braunen
Eschenholz, das noch einmal leicht von dem verhallten Röcheln des
"toten Kameraden" erzittert ... Die Toten sprechen ihre eigene Sprache,
ihre Lippen formen Worte, die wir nicht verstehen ... aber die Laute klingen
doch in unseren Ohren wider. |
|
| 45
Und ein Bruder wandelt die Strasse entlang, von deren ockergelbem Sand
nach Ost und West die aufkeimenden Saaten entfliehen. Und aus ihnen erwächst
graues Gestein, das Schweigen gebietet, oder ein Kreuz, das von fremden
Leiden spricht. Der Wanderer senkt das Haupt ... und in den Kronen der
Wälder singt ein Wind ... ihm ist es, alt flüstere der Tote ---
--- Und er versucht, ihn zu verstehen ... aber wenn er dann das Bild eines
toten Leibes schaut -- so zucht es in seinen Gliedern und er stösst
mit einem Seufzer in Gedanken schaudernd den Leichnam von sich. --- |
|
| 46 Dann lauscht er einer Stimme in
sich, die von der Verachtung des Kadavers redet ... Er rühmt sich
seiner Härte! --- --- Aber bald ist der Traum vorüber, und er
neigt sich zu dem Grab und betet .. und der kleine Hügel von Sand
und Erde trinkt seine Tränen. Jahre vergehen ... und wo einst der
Hügel stand, überwuchert wildes Heidekraut die letzten Blumen
eines toten Sommers. |
|
47
Die Natur, die den Frieden preist, verstösst die Heroen des Schwertes.
Und der Stolz eines Schöpfers, die Frucht der neuen Saat, überstrahlt
gleich einem goldenen Nimbus die Erde.
Hans-Joachim Karrich, Oksbøl. |
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| 48 Ein gutes und kluges Werk |
En god og klog gerning. |
49
Liebe Nachrichten!
Ich sende Ihnen einen Brief eines
ehemaligen englischen Kriegsgefangenen, desgleichen zwei Briefe eines Franzosen.
Ich übermittele diese Briefe, um ein Thema aufzurollen, worüber
noch wenig geschrieben ist. Schon während des Krieges habe ich die
Überzeugung gehabt, dass mit brutaler Behandlung der Kriegsgefangenen
eine Schuld auf unser Konto geladen wurde, wofür das ganze deutsche
Volk einmal büssen muss. |
Kære Nachrichten!
Jeg sender Dem et brev fra en tidligere
engelsk krigsfange, ligeledes to breve fra en franskmand. Jeg giver Dem
disse breve for at oprulle et tema, som der endnu kun er skrevet lidt om.
Allerede under krigen var jeg af den overbevisning, at der med den brutale
behandling af krigsfanger blev overført en skyld til vores konto,
som hele det tyske folk engang måtte bøde for. |
| 50 Wenn jeder Deutsche diese Menschen,
welche durch unser Verschulden in die traurige Lage kamen, verbannt zu
sein, richtig behandelt hätte, würden wir heute um ein vieles
besser dastehen, auch hier in Dänemark. Ich will durch diese Einsendung
mich nicht als Prahler hinstellen, die Briefe sprechen nur mein damaliges
Verhalten aus und ich bin trotz allem Leid stolz darauf, so gehandelt zu
haben. |
Hvis enhver tysker havde behandlet disse mennesker, som ved vores skyld
kom i den sørgelige situation at være landsforvist, rigtigt,
så ville vi i dag over ét stå meget bedre i det, også
her i Danmark. Når jeg sender disse brev ind, er det ikke for at
prale af mig selv, brevene giver kun udtryk for min daværende adfærd,
og jeg er trods alle lidelser stolt af at have handlet sådan. |
| 51 Nicht nur die bei mir Beschäftigten
waren meine Freunde, alle kamen mit Leid und Freud zu mir. Was ich für
diese Menschen getan habe, möchte ich hier nicht hervorheben. Jedoch
steht fest, wenn man mich erwischt hätte, der Henker mir sicher war.
Ich will meine Nachbarn an dieser Stelle rühmen, die ein Teil darum
wussten, doch keine Anzeige gemacht haben. |
Det var ikke kun dem, der var beskæftigede hos mig, der var mine
venner, alle kom til mig med deres sorger og glæder. Hvad jeg gjorde
for disse mennesker, vil jeg ikke her fremhæve. Dog står det
fast, at hvis man havde fået ram på mig, var bøddelen
mig sikker. Jeg vil på dette sted takke mine naboer, som vidste en
del derom, og dog ikke angav mig. |
52 Ich schliesse hiermit meinen Bericht
mit der Freude, seiner Zeit ein gutes Werk getan zu haben.
Bernhard Mengkowski,
Dragør. |
Jeg slutter hermed min beretning med den glæde i sin tid at have
gjort en god gerning.
Bernhard Mengkowski
Dragør |
| 53
Wir veröffentlichen Auszüge aus den drei Briefen. Herr Mengkowski
kann auf diese Briefe stolz sein. In einer Zeit, da alle Welt Deutschland
und die Deutschen hasst oder verachtet, hat er es verstanden, für
sich und damit für Deutschland Sympathie und Liebe zu gewinnen. Die
Briefe lauten: |
Vi offentliggør uddrag
af de tre breve. Hr Mengkowski kan være stolt af disse breve. I en
tid, da hele verden hader eller foragter Tyskland og tyskerne, har han
forstået at vinde sympati og kærlighed for sig selv og dermed
for Tyskland. Brevene lyder: |
54
Lieber Bernhard und Familie,
es war eine grosse Überraschung
für mich, als ich heute morgen Deinen lieben Brief erhielt. Ich freue
mich, dass es Dir gut geht. Ich bin gesund nach Hause gekommen, habe mich
inzwischen verheiratet und habe ein kleines Mädchen, das jetzt sechs
Monate alt ist. |
Kære Bernhard og familie,
det var en stor overraskelse for mig,
da jeg i dag til morgen fik dit kære brev. Jeg glæder mig over,
at det går dig godt. Jeg kom rask hjem, har i mellemtiden giftet
mig og fået en lille pige, som nu er seks måneder gammel. |
| 55
Es ist schade, Bernhard, dass Du nicht früher geschrieben hast. Mein
Bruder war dort an demselben Ort, wo Du bist, er kannte Dein Lager gut.
Er würde Dir sicher nach besten Kräften geholfen haben. Wenn
ich irgend etwas für Dich tun kann, teile es mir mit. Ich würde
alles versuchen, Dir zu helfen, weil Du mir ein guter Freund warst, und
das werde ich Dir nie vergessen ... |
Det er en skam, at du ikke skrev
noget før. Min bror var derover det samme sted, hvor du er, han
kendte godt din lejr. Han ville sikkert have hjulpet dig af alle kræfter.
Hvis jeg kan gøre noget for dig, så sig mig det. Jeg vil prøve
alt, for at hjælpe dig, for du var mig en god ven, og det skal jeg
aldrig glemme dig. |
56
Ich wünsche Dir alles Gute. In aufrichtiger Freundschaft
Dein U. S. Graham. |
Jeg ønsker dig alt godt.
I oprigtigt venskab.
Din
U. S. Graham. |
57 Lieber Herr Bernhard.
Ich werde nie Ihre Liebenswürdigkeit
gegen mich und meine Kameraden vergessen, als wir im Walde waren. Schreiben
Sie mir doch von Zeit zu Zeit, lieber Herr Bernhard, ich werde Ihnen immer
gern antworten. In herzlicher Freundschaft!
(Unterschrift). |
Kære hr Bernhard!
Jeg vil aldrig glemme Deres elskværdighed
imod mig og mine kammerater, da vi var i skoven. Skriv dog til mig fra
tid til anden, kære hr Bernhard, jeg vil altid gerne svare Dem. I
hjerteligt venskab!
(underskrift) |
58 Lieber Herr Bernhard.
Ich bin glücklich zu erfahren,
dass mein erster Brief Sie erreicht hat ... Ich habe Ihre grosse Freundlichkeit
nicht vergessen, die uns damals unter tausend Gefahren an der Küste
der Ostsee vereinigte, als wir im Walde wie die Wilden lebten. |
Kære hr Bernhard!
Jeg er lykkelig over at erfare, at mit
første brev har nået Dem. .. Jeg har ikke glemt Deres store
venlighed, som dengang ved Østersøens kyst under tusinde
farer forenede os, da vi levede i skoven som de vilde. |
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Das Leben in der Verbannung ist hart. Nachdem ich es selbst fünf
Jahre durchmachen musste, verstehe ich Ihren Kummer. Ich würde Ihnen
so gerne ein Paket schicken, um Ihre Lage zu erleichtern, aber die Verhältnisse
hier in Frankreich sind so ausserordentlich viel schlechter als vor dem
Krieg. |
Livet som landsforvist er
hårdt. Efter at jeg selv har måttet gennemføre det i
fem år, forstår jeg Deres elendighed. Jeg vil så gerne
sende Dem en pakke, for at lette Deres situation, men forholdene her i
Frankrig er overordentlig meget dårligere end før krigen. |
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Mit einem Wort: Alles ist vollkommen rationiert ... Meine besten Wünsche
für Sie und Ihre Familie.
Ihr Freund
(Unterschrift). |
Med ét ord: Alt er fuldkommen
rationeret. Med de bedste ønsker for Dem og Deres familie
Deres ven
(underskrift) |
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