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Fra den tyske avis |
Einzelne Lager |
Om de enkelte lejre |
Deutsche Nachrichten 1947 Nr 3
vom 20. Januar 1947 |
Deutsche Nachrichten 1947 nr 3
fra 20. januar 1947. |
Nie wieder Krieg ... af Paul Jäkel, Oksbøl
IV, Baracke LV. #1.
Die Aufgabe des Geldes af J. Nolte, Lager Rye, Bez. D. Bar.
12A: #6.
Fehlurteile über England af Ernst Zabel, Oksbøl
-- 0 -- 12 -- 5. #18.
Zwei glückliche Menschen af Frau Irmgard Brausewetter und
Maria #27.
Frau Monse schreibt.. af Frau M. L. Monse, Kløvermarken.
#42.
Tilføjelse af M. L. Monse,
aus Hamburg, z. Zt. Kløvermarken.
#53.
Svar: #58.
Ein Brief aus Silkeborg af E. H., Silkeborg-Bad. #61.
15. Januar Karl Liebknecht af W. S., Aalborg West. #69. |
Aldrig mere krig
Pengenes opgave
Fejlbedømmelse af England.
To lykkelige mennesker.
Fru Monse skriver
Et brev fra Silkeborg.
15. januar Karl Liebknecht. |
| 1 Nie wieder Krieg... |
|
2 Geehrter Herr
Spatz!
Sende etwas zum Nachdenken für
die deutschen Flüchtlinge an Ihre Redaktion! Ich denke hier an die
männlichen Nachkommen in diesem Schreiben. Jedes Elternpaar freut
sich, wenn ihm ein Stammhalter geboren wird. Der kleine Erdenbürger
wird von den Eltern, namentlich von der gehegt und gepflegt. Fängt
der kleine Knabe an, Gehversuche zu machen, wird er ermahnt, fall' nicht,
stoss' dich nicht u.s.w. So geht es bis zum Schulanfang, da wird gesagt
"lerne gut, pass' auf der Strasse gut auf, damit die nichts passiert!" |
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| 3 Sind die Schuljahre beendet, wird
der Junge in irgend eine Lehre oder in einen Betrieb geschickt. Nach Vollendung
des 18ten Lebensjahres wurde der Jüngling früher Soldat. Die
Freude darüber war bei den Eltern gross. Beim Militär wird er
in Friedenszeiten schon zum Vaterlandsverteidiger ausgebildet. Beginnt
ein Krieg, wird dem jungen Mann eingeredet, er habe das Vaterland vor Feinden
zu schützen. |
|
| 4 In Wahrheit sind aber Säbelrassler
und Kriegsgewinnler die Kriegshetzer, auch Orden und Ehrenzeichen dienen
als Ansporn, Leben und Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Kadavergehorsam
trägt das Seinige dazu bei. Kommt der Mann gesund nach Hause, so war
das Glückssache; als Krüppel oder Verletzter heim zu kommen,
ist schon ein schwerer Schlag für die Angehörigen. Ist der Mann
gar auf dem Felde gefallen, so erhalten die Angehörigen folgende Mitteilung:
Wir bemitleiden Sie, dass Ihr Sohn gefallen ist, Sie können es sich
aber für eine Ehre rechnen, dass Ihr auf dem Felde der Ehre für
Volk und Reich sein Leben gelassen hat. -- |
|
5 Nun bedenken Sie einmal, ist das nicht
eine fragwürdige Ehre, wenn Milliarden Tränen fliessen wegen
einer Sache, die gar nicht zu sein braucht? Dieser Krieg wird wohl allen
Menschen, in der Hauptsache dem deutschen Volk, die Augen geöffnet
haben, und recht laut und oft genug muss der Ruf ertönen: "Nie wieder
Krieg!" Mit diesen Gedanken müssen wir immer erfüllt sein und
wir werden auch Widerhall und Anklang bei unseren einstmaligen Gegnern
finden, und so werden die Glocken für die Menschen in Wahrheit läuten:
"Friede auf Erden!"
Paul Jäkel,
Oksbøl IV, Baracke LV. |
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| 6 Die Aufgaben des Geldes |
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| 7
Auf Anregung des Herrn J. Sp. will ich versuchen, Antwort auf die zwei
Mahnungen in Nr. 46 zu geben. Es ist schon sehr viel geschrieben worden
von Idealismus und Herzensgüte, von der Demokratie, Freiheit und Ethik.
Alles ist ganz schön und gut gemeint. Wir können uns mit diesen
wohl gut gemeinten Ergüssen aber nicht den Himmel auf Erden bauen,
wenn wir nicht die Eigenart des Menschengeschlechts diesem zugrunde legen.
Von Natur aus ist der Mensch Egoist, in ihm schlummern tierische Instinkte
von der zartesten Taube bis zum reissendsten Raubtier hin. |
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| 8 Um diese nun auf einen Nenner zu
bringen, um Glückseligkeit und Friedfertigkeit zu erreichen muss der
Begierde als einer Auswucherung des Egoismus Einhalt geboten werden. Seitdem
der Mensch hat denken gelernt, hat er sich Götter geschaffen, in welchem
Unmass zeigen uns die grundverschiedenen Glaubensrichtungen aller Welt.
In religiöser Hinsicht oft so absurd, dass sie zum wahnwitzigsten
Aberglauben führten, der leider auch heute noch nicht ausgestorben
ist. |
|
| 9 In realistischer Hinsicht zu Machtbestrebungen,
die zu Unterdrückung und Ausnutzung ihrer Mitmenschen führten.
Beide Richtungen aber schufen sich Gesetze doktrinärer Natur, um die
eigenen Wünsche und Begierden rücksichtslos befriedigen zu können.
Leicht, ja ausgezeichnet leicht wurden diese doktrinären Gesetze ihnen
dadurch gemacht, dass sie weit schärfer denken gelernt hatten, als
die grösste Masse der Menschheit selbst. |
|
| 10 Wir leben heute in einer Zeit,
wo die bisher weniger denkfähigen Menschen nu ihr Versäumnis
nachzuholen beginnen und sehen, wie schlecht sie bisher abgeschnitten haben. |
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| 11
Sehen wir uns unsere Mutter Erde genauer an, in welchem regelmässigen
Rythmus schafft sie sich Ebbe und Flut zum Ausgleich ihre Schwingungen,
in welcher stoischen Ruhe und Gleichmässigkeit bringt sie uns den
Frühling, Sommer, Herbst und den Winter! In welch unerhörter
Fülle bietet sie uns ihre Reichtümer dar; so viel, dass alle
Menschen mit Leichtigkeit in den Genuss ihres Segens gelangen können,
wenn nur die Menschheit selbst die Hand dazu bietet. |
|
| 12 Worin liegt nun der Grund, dass dieses
nicht so ist, dass nach allen Errungenschaften der Technik, nach allen
Rufen der Ethik und Moral wir nicht imstande sind, den Egoismus des Einzelnen
in seinen Schranken zu halten? Ich will hier nicht von gut und böse
sprechen, denn jedes Ding hat zwei Seiten, was für den einen gut ist,
ist für den anderen ein Nachteil. Was diese Schreckenskatastrophe
uns gebracht hat, lernt uns die Fehler recht erkennen, und nicht wieder
dieselben zu machen. Der Umsturz 1918 liess die Machtbefügnisse als
überreife Frucht in die Hände der Enterbten fallen. |
|
| 13 Der gute Wille war bei diesen vorhanden,
man war sich aber nicht klar darüber, wie man auf einfachste Weise
die Hyänen des Volkes zur Strecke bringen konnte. Man wollte sozialisieren,
verstaatlichen, abrüsten und alles Mögliche und Unmögliche
vornehmen, und so entstand Wirrnis und Gezänk, der Egoismus und der
Idealismus gerieten sich in die Haare. Die Daumenschrauben der Siegerstaaten
taten ihr übriges dazu und so war wiedermal die Reaktion Sieger geworden. |
|
| 14 Alles natürlich under dem Rufe
nach Demokratie und Freiheit. Den eigentlichen roten Faden, an dem alle
baumelten, um zum Ziel und Ausgleich zu kommen, sah aber niemand, wohl
waren einige Wenige vorhanden, die darauf hinwiesen, ihre Stimmen aber
wurden in den Wind geschlagen. |
|
| 15 Wie das Blut
durch den Körper strömt das Geld durch die Adern der Wirtschaft.
Ist das Blut im Körper aber krank, von Bazillen beschwert, so gibt
es Blutstockungen und greift den Körper an. Er lahmt, wird verdriesslich
und verzagt zuletzt. Kein Arzt kann ihm helfen, der dies nicht erkannt
hat. Alle Pflaster, Tropfen und Medizinen, alle Luft- und Kostveränderungen
helfen nicht, der Verfall des Körpers kann wohl aufgehalten werden,
am Ende aber muss er doch zu Grunde gehen. |
|
| 16 Genau so ist es unsere Pflicht, den
Kreislauf des Geldes von Schädlingen und Hemmungen frei zu machen.
Frei, sodass es nur Tauschmittel zur Verteilung der Güter ist und
ungehindert von Hand zu Hand gehen Kann. Jede Arbeit, ob hoch, ob niedrig,
ist ihres Lohnes wert, Arbeit und Nachfrage regeln den Ausgleich und die
Preise. Wer aber nicht arbeitet, der soll auch nicht essen. Gesunder Kreislauf
des Blutes schafft Arbeitsfreudigkeit, Glückseligkeit und Zufriedenheit.
Es werden dann auch diejenigen zur frohbringenden Arbeit greifen, die heute
nach Ämtern, Posten und Profiten jagen, nur um ehrlicher Arbeit scheu
aus dem Wege zu gehen. Wir werden dann die Demokratie in die richtigen
Bahnen leiten und die Freiheit garantieren können, die jedem hacn
seinem Wissen und Können zusteht. |
|
17 Die Demokratie wird dann den Privatbesitz
des ehrlich Schaffenden von sich aus schützen können, den Neid,
die Habsucht, Rache und Raubsucht ausschalten und die Übeltäter
an den Pranger zur Aburteilung stellen. Sie wird jedem rechtschaffen Arbeiteiden
in den vollen Besitz seines Arbeitslohnes bringen, mit dem er dann schalten
und walten kann, wie ihm beliebt.
J. Nolte,
Lager Rye, Bez. D. Bar. 12A. |
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| 18 Fehlurteile über England |
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| 19
Wenn ein Professor einen Vortrag hielte, um uns zu empfehlen, in der Beurteilung
Englands vorsichtig zu sein, weil es sich um ein Land handelt, auf das
wir für den kommenden Neubau unseres Landes angewiesen sind, so wäre
das zwar ganz gut, doch nicht recht ehrlich und verwerflich, wenn es zur
Geschichtsverdrehung führt. |
|
| 20
Jeder Redner und Skribent glaubt jetzt sein Publikum mt einem Geschimpf
über Hitler von der Richtigkeit seiner Darlegungen überzeugen
zu können. Was bedeutet schon Hitler bei der Beurteilung des Verhältnisses
Deutschland zu England. Hitler ist für Deutschland eine furchtbare,
für die Welt eine fluchwürdige, aber doch immer nur eine kurze
Episode und seine Fehlbeurteilung Englands ändert nichts daran, dass
England seit Hunderten von Jahren hinsichtlich seiner Politik und seiner
geistigen Einstellung Wege gegangen ist, die es vom übrigen Europa
weggeführt haben. -- |
|
| 21 Deutschland, bezw. deutsche Einzelstaaten
konnten sich früher häufig des Wohlwollens dieses Staates erfreuen,
auch Preussen. Aber als Bismarck mit seiner -- übrigens von vielen
und nicht den schlechtesten Deutsehcn abgelehnten und bekämpften --
Gewaltpolitik Preussen-Deutschland zu einem machtvollen Gebilde entwickelte,
war es mit den Wohlwollen vorbei. Was Bismarcks Jonglierkunst hinausgeschoben
hatte, spitzte sich unter der täppischen und ungeschickten Politik
Wilhelns II. und seiner rührend naiven Ratgeber immer mehr zu, sodass
aich seine jährlichen Reisen zu Grossmutter ihre Wirkung verloren
und England immer unverhüllter versuchte, Deutschland zu bevormunden,
um es als Rivalen auszuschalten. |
|
| 22 Was England als "Verständigung"
bezeichnete, war doch immer nur ahf Kosten des Prestiges Deutschlands zu
verwirklichen. |
|
| 23
Sie streiten den Konkurrenzneid Englands ab! Was war das "Made in Germany"
auf allen deutschen Fabrikaten anderes als der Versuch, die eigene Produktion
vor der preiswerten deutschen zu schützen? Sie streiten Einkrdeisungsabsichten
Englands ab! Seit Jahrhunderten hat England diese Politik gegen ihm gefährlich
werdende andere Länder betrieben. |
|
| 24 Schon lange vor Bismarck, der trotz
aller seiner für uns letzten Endes unheilvollen Politik mit seiner
Meinung über England im algemeinen recht hatte, war das weltbekannt
und braucht nicht noch bewiesen zu werden. Wenn Hitler glaubte, mit seiner
Kriegsführung diese Weltmacht stürzen zu können, so zeugt
das von verbrecherischer Beschränktheit. Von schlechter Gesinnung
aber zeugt es, wenn ein Deutscher dem Deutschen Reiche seine Versuche,
durch Kolonien eine Ausdehnungsmöglichkeit zu finden, als unberechtigt
vorwirft und das als "Weltgeltungsfieber" bezeichnet. |
|
| 25 Was unser Verhältnis zu England
betrifft, so bleibt es tief bedauerlich, dass es, vor 1914 alle Versuche
Deutschlands zu einer Verständigung, die allerdings Versuche mit untauglichen
Mitteln am untauglichen Objekt waren, vereitelt und sich zu einem Bündnis
mit den beiden feindlichen Nachbarn verstanden hat. |
|
26 Aber nur ein politisch Ungeschulter
konnte ihm damals und kan jetzt daraus einen Vorwurf machen. Right or wrong,
my country ist der Leitsatz, der auf der politischen, religiösen und
volkscharakterlichen Einstellung beruht. Kein Aussenstehender darf es deshalb
diffamieren wollen. Das alles ändert aber nichts daran, dass der,
auf dessen Freundschaft ein grosser Teil der Deutschen vor 1914 stolz sein
zu dürfen glaubte, sich seitdem als unser unerbittlichster Feind gezeigt
hat.
Ernst Zabel,
Oksbøl -- 0 -- 12 -- 5. |
|
| 27 Zwei glückliche Menschen |
To lykkelige mennesker. |
| 28 Wir erhalten
aus Aalborg einen Brief mit verspäteten Weihnachtswünschen für
unsere Mitarbeiter. Der Brief ist voller Zufriedenheit und Geduld, wie
sie leider nur selten in den Lagern zu finden sind. Der Brief lautet: |
Vi får fra Aalborg et brev
med en forsinkede juleønsker til vore medarbejdere. Brevet er så
fuldt af tilfredshed og tålmodighed, som det kun sjældent findes
i lejrene. Brevet lyder: |
| 29 Sehr geehrte
Mitarbeiter der Deutschen Nachrichten! |
Meget ærede medarbejdere
ved Deutsche Nachrichten! |
30
Ein geruhsames und gesundes Weihnachtsfest wünschen wir Ihnen. Ich
bin nur dankbar, dass wie diese Weihnachten und voraussichtlich den Winter
über noch in Dänemark bleiben dürfen. Meine besten Grüsse
aus dankbarem und freudigem Herzen von uns zwei.
Frau Irmgard Brausewetter und Maria. |
En rolig og sund julefest ønsker
vi jer. Jeg er bare taknemlig for, at vi får lov til at blive i Danmark
denne jul og så vidt vi kan se også vinteren over. Mine bedste
hilsene fra taknemlige og glade hjerter fra os to.
Fru Irmgard Brausewetter og Maria.
(fortsættelse: 47-15#13). |
| 31 Wehrmachtsgefolge |
Værnemagtsfølge. |
| 32
Frau Margarete Dienert und 130 Flüchtlinge aus Hörup-Klint schreiben:
..... |
Fru Margarete Dienert og 130 flygtninge
fra Hörup Klint skriver: |
| 33
"Die Rundfunkbekanntmachung vom 17.12.1946, wonach die Heimführung
der Flüchtlinge aus Dänemark eingestellt werden soll, hat gerade
in der Vorweihnachtszeit in den Flüchtlingslagern eine beträchtliche
Schockwirkung ausgelöst. Vielen Insassen des Lagers wird damit die
letzte Hoffnung genommen, mit ihren Angehörigen im Jahre 1947 vereint
zu sein. Vor allem wirkte die Nachricht niederschmetternd auf die Flüchtlinge,
die auf Grund einer Zuzugsgenehmigung, wenn auch ohne alliierten Stempel,
gehofft hatten, bald eine neue Heimat zu finden. |
"Over radioen blev det den 17-12
1946 bekendtgjort, at tilbageførslen af flygtninge fra Danmark skulle
indstilles. Den bekendtgørelse har netop her før jul udløst
en betragtelig chokvirkning. Mange indsatte i lejren mister dermed det
sidste håb om at kunne forenes med deres pårørende i
1947. Fremfor alt virkede efterretningen nedslående for de flygtninge,
som på grund af en tilflytningstilladelse, omend én uden allieret
stempel, havde håbet på snart at kunne finde en ny hjemegn. |
| 34 Aber auch allen anderen Flüchtlingen
ist die Aussicht auf baldig Rückführung genommen. Fast 2 Jahre
sitzen wir hinter Stacheldraht. Wir haben an keinen Kriegshandlungen teilgenommen,
und doch geht es uns noch schlechter als z. B. den Kriegsgefangenen in
England, die wenigstens zur Weihnachtszeit sich freier bewegen, ja selbst
in englische Familien eingeladen werden können, während wir womöglich
noch
schärfer bewacht werden. |
Men udsigten til snarlig tilbageførsel er også taget fra
alle andre flygtninge. I næsten to år har vi siddet her bag
pigtråd. Vi har ikke deltaget i nogen krigshandlinger og dog går
det os dårligere end f. eks. krigsfangerne i England, der i det mindste
ved juletid kan bevæge sig mere frit, og selv kan få invitation
til engelske familier, mens vi bliver bevogtet om muligt endnu strengere. |
| 35 Wir sehnen uns nach einem eigenen Heim,
wollen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen, unserm gewohnten Beruf
nachgehen, wieder als freie Menschen mit unseren Angehörigen vereinigt
leben. Ein weiteres Hinanszögern unserer Heimführung wäre
eine unerträglich seelische Belastung. |
Vi længes efter vort eget hjem, vil vi tage vor skæbne
i egen hånd, vil begynde på vort sædvanlige arbejde,
igen leve som frie mennesker med vore pårørende. Hvis vores
hjemførsel skulle trække længere ud, ville det være
en ubærlig sjælelig belastning. |
| 36
Geradezu empörend ist es, wie wir, die wir in der britischen Zone
unsere Männer oder Frauen oder Kinder, eine Unterkunft haben, auf
die Beschäftigung im gewohnten Beruf wartet, vom Heimtransport ausgeschlossen
werden, während das sogenannte "Wehrmachtsgefolge" jetzt in Deutschland
die Lager verstopft, weil die meisten von ihnen keine Unterkunft nachweisen
können. |
Ligefrem oprørende
er det, at vi, der i den britiske zone har har vore mænd eller koner
eller børn og derfor bomulighed dèr, venter på beskæftigelse
i vort sædvanlige fag, men er udelukket fra hjemtransport, mens det
såkaldte værnemagtsfølge nu fylder lejrene i Tyskland,
fordi de fleste af dem ikke kan fremvise nogen bomulighed. |
| 37
Da es für die hier Unterzeichneten keine Wohnungsfrage gibt, weil
sie ausnahmslos eine Unterkunft haben, anderen Volksgenossen also keinen
Platz wegnehmen, wäre es unverständlich, wenn man uns noch länger
in Ungewissheit zurücklässt. |
Eftersom der ikke er noget
boligspørgsmål for os, der her har underskrevet, fordi vi
alle har boliger, og altså ikke optager nogen plads fra andre folkefæller,
ville det være uforståeligt, hvis man længere ville lade
os svæve i uvished. |
| 38
Wir bitten hierdurch dringend: lasst uns Frauen zu unseren Männern,
die uns mit Scheidung drohen, wenn wir nicht bald zu ihnen zurückkehren!
Lasst uns Mütter zu unseren Kindern, die der mütterlichen Fürsorge
so sehr bedürfen! Gebt uns die Gewissheit, dass unsere Überführung
unverzüglich in die Wege geleitet wird." --- |
Vi beder herved indtrængende:
Lad os koner rejse hjem til vore mænd, som truer med skilsmisse,
hvis vi ikke snart kommer tilbage til dem! Lad os mødre komme tilbage
til vore børn, der så hårdt trænger til den moderlige
omsorg! Giv os vished for, at vores overføring ufortrødent
vil blive sat i værk!" --. -- |
| 39
Zu diesem Notschrei müssen wir sagen, dass gelegentliche Unterbrechungen
der Rückführung unvermeidlich sind und sich auch in Zukunft ereignen
können. Das bedeutet aber nicht, dass die festen Abmachungen mit der
britischen und französischen Besatzungszone nicht durchgeführt
werden sollen. Im Gegenteil wird alles getan, um die programmässigen
Abtransporte zu sichern. Es ist richtig, wie Sie schreiben, dass das Wehrmachtsgefolge
viel Schwierigkeiten für die andern Flüchtlinge bedeutet. |
Til dette nødskrig
må vi sige, at lejlighedsvise afbrydelser af tilbageførslen
er uundgåeligt og også kan forekomme i fremtiden. Men det betyder
ikke, at de faste aftaler med den britiske og franske besættelseszone
ikke skulle blive gennemført. Tværtimod vil alt blive gjort
for at sikre den programmæssige borttransport. Det er rigtigt, som
De skriver, at værnemagtsfølget betyder mange vanskeligheder
for de andre flygtninge. |
| 40 Das ist aber nicht zu ändern. Die
dänische Verwaltung transportiert jeden ab, der seine Papiere in Ordnung
hat und den die Besatzungsmächte übernehmen wollen, ganz gleichgültig,
ob Wehrmachtsgefolge oder nicht. Es ist uns unmöglich, gegen diesen
Grundsatz Einspruch zu erheben. Wir müssen vielmehr dankbar sein,
dass der Heimtransport überhaupt im Gange ist. |
Men det kan ikke ændres. Den danske forvaltning transportere
enhver tilbage, der har sine papirer i orden og som besættelsesmagten
vil overtage, ganske ligegyldigt, der er tale om værnemagtsfølge
eller ej. Det er umuligt at indvende noget mod denne grundregel. Vi må
snarere være taknemlige for, at hjemtransporten overhovedet er kommet
i gang. |
41 Ob erst die eine Gruppe oder erst die
andre an die Reihe kommt, bestimmen nicht die dänischen Behörden,
sondern die Besatzungsbehörden in Deutschland.
Die Redaktion. |
Om turen først kommer til den ene eller den anden gruppe, afgøres
ikke af de danske myndigheder, men af besættelsesmyndighederne i
Tyskland.
Redaktionen. (Se også pigtraad3#75). |
| 42 Frau Monse schreibt... |
Fru Monse skriver |
| 43
Zu dem Artikel in Nummer 48 Ihrer Zeitung möchte ich einmal Stellung
nehmen und meine Meinung äussern. Sie zählen eine grosse Anzahl
von Sachen auf, die den Flüchtlingen bei der Gepäckkontrolle
abgenommen werden. Unter anderem ist da auch das Geschirr angegeben. Vieles
davon, besonders auch die Emailleschüsseln und Töpfe und Teller
und Essbestecke sind von Schweden für die deutschen Flüchtlinge
gestiftet worden, nicht aber für die Dänen, die nun aber diese
Sachen wegnehmen. |
Til artiklen i nr
48 i Deres avis vil jeg gerne tage stilling og give udtryk for min mening.
(46-48#50). Den opregner et større antal
sager, som bliver frataget flygtningene ved bagagekontrollen. Blandt angives
service. Meget af det, især emaljefadene og terriner og tallerknerne
og spisebestikket er givet af Sverige til de tyske flygtninge, men ikke
til danskerne, men nu tager de disse sager til sig. |
| 44 Wie uns immer wieder von Flüchtlingen,
die nach Deutschland kamen und alles mit durchmachen mussten, berichtet
wird, wird in ganz rücksichtsloser Art das Gepäck durchwühlt,
ohne vorher überhaupt die Flüchtlinge zu benachrichtigen, Koffer
aufgebrochen, Kisten zerschlagen und ähnliches mehr. |
Vi hører igen og igen fra flygtninge, som er kommet til Tyskland
og har været igennem det hele, at bagagen fuldstændig hensynsløst
bliver gennemrodet, uden at flygtningene bliver underrettet først,
kufferter brudt op, kasser slået i stykker og mere af den slags. |
| 45 Schon hier in Klövermarken wird
eine Gepäckkontrolle durchgeführt, sodass sich eine weitere in
Kolding bestimmet erübrigen würde. Wie sollte es wohl den Flüchtlingen
möglich sein, noch etwas einzupacken, wenn sie das Gepäck schon
abgeliefert haben! Eine Gepäckkontrolle müsste wohl genügen.
Aber die Wegnahme von Lebensmitteln ist noch ein ganz besonderes Kapitel
und es ist ganz schlimm, was man da hört. Es sind nicht immer nur
Gerückte, nein leider Tatsachen. |
Allerede her i Kløvermarken gennemføres en bagagekontrol,
så yderligere én i Kolding vil bestemt være overflødig.
Hvordan skulle det være muligt for flygtningene at pakke mere ind,
når de allerede har afleveret deres bagage! Én bagagekontrol
måtte vil være nok. Men at man fjerne levnedsmidler er et helt
kapitel for sig, og det er ganske forfærdeligt, hvad man dèr
hører. Det er ikke altsammen rygter, nej, det er desværre
kendsgerninger. |
| 46 Wenn sich die Flüchtlinge Lebensmittel,
besonders Brot erspart haben von den ihnen zugeteilten Lebensmitteln, auf
die sie also Anspruch haben, so ist das eine Schlechtigkeit, ihnen diese
auch noch wegzunehmen. Geröstetes oder getrocknetes Brot wird zertrampelt,
in den Schmutz getreten. Zucher einfach ausgeschüttet und vieles mehr.
Mancher hat sich gezwungenermassen Brot und Zucker abgespart, um in Deutschland
der ersten Not vorzubeugen. |
Når flygtningene af de til dem uddelte levnedsmidler har opsparet
levnedsmidler, især brød, er det noget, de har krav på,
og så er det en nedrighed at tage det fra dem. Ristet eller tørt
brød bliver der trampet på, det bliver trådt i smudset.
Sukker simpelthen strøet ud og meget mere. Mange har følt
sig tvunget til at opspare brød og sukker for at kunne undgå
den første nød i Tyskland. |
| 47 Ist das dänische Volk wirklich
so arm, dass es diese wenigen Lebensmittel benötigt? Es wird uns immer
wieder versichert, dass alles getan werden muss, den Hass zwischen Deutschen
und Dänen zu überwinden und freundschaftliche Beziehungen zwischen
den beiden Völkern herzustellen, aber dieses Vorgehen wird bestimmt
den Hass nur noch verstärken. |
Er det danske folk virkelig så fattigt, at det har brug for disse
få levnedsmidler? Vi får altid at vide, at der må gøres
alt for at overvinde hadet mellem tyskere og danskere og oprette venskabelige
forbindelser mellem de to folk, men når man går frem på
den måde, kan man kun medvirke til at forstærke hadet. |
| 48 Es wird uns immer wieder von Demokratie
erzählt, aber bei diesem Vorgehen merkt man nichts von Demokratie
und bedankt sich dann dafür. Die den Flüchtlingen zugeteilten
Lebensmittel sind doch zur Ernährung dieser bestimmt und nicht für
die Dänen. Die Dänen würden bestimmt weder die schlechte
Wurst noch den schlechten Käse, der oft trocken und hart wie Schuhleder
ist, ebensowenig das getrocknete Schwarzbrot essen. |
Vi får igen og igen fortalt om demokrati, men når man går
sådan frem, mærker man intet til demokrati og ellers betakker
man sig for det. De levnedsmidler, der er tildelt flygtningene er dog bestemt
til ernæring af dem og ikke til danskerne. Danskerne ville bestemt
heller ikke spise den dårlige pølse eller den dårlige
ost, der ofte er tør og hård som skolæder, lige så
lidt som de ville spise det tørre rugbrød. |
| 49 Der dänische Staat wird bestimmt
nicht geschädigt, wenn mal ein Brot oder ein Pfund Zucker mit über
die Grenze genommen wird. Auch mit der Seife ist es ganz genau so, diese
wird den Flüchtlingen auch weggenommen. Es wird uns immer wieder grösste
Sauberkeit gepredigt Sauna und Waschküchen eingerichtet, aber die
Seife wird weggenommen. Gerade auf einer längeren Reise und besonders
im Durchgangslager hat man doch das Bedürfnis, sich ordentlich zu
reinigen und auch Wäsche zu waschen. |
Den danske stat lider bestemt ingen skade, hvis der engang imellem
tages et brød eller et pund sukker med over grænsen. Med sæben
er det nøjagtig ligesådan. Den bliver også frataget
flygtningene. Vi får altid at vide, at vi skal være pinligt
rene, der indrettes sauna og vaskekøkkener, men sæben tager
man fra os. Netop på en længere rejse og især i gennemgangslejren
har man dog behov for at vaske sig ordentligt og også for at gøre
vaskene i stand. |
| 50 Es wird zwar betont, dass im Durchgangslager
alles zur Verfügung gestellt wird, aber es fehlt da auch sehr an allem,
besonders an Geschirr. Besonders die Flüchtlinge, die unterwegs oder
durch Bombenangriffe alles verloren haben, sind froh über jedes Stück,
das sie bekommen haben und man sollte ihnen dieses dann nicht auch noch
wieder wegnehmen. |
Ganske vist betoner man, at i gennemgangslejren bliver alting stillet
til rådighed, men også dèr er der mangel på alting,
især på service. Særlig de flygtninger, der under flugten
eller under bombeangreb har mistet alt, er glade over hvert et stykke,
som de har fået, og man skulle ikke uden videre tage det fra dem. |
| 51
All diese Dinge verbittern die Flüchtlinge sehr und ich bin überzeugt,
dass es für die Dänen eine Kleinigkeit wäre, dieses abzustellen.
Solches Geschirr, wie uns im Lager gegeben wird, benutzen die dänischen
Hausfrauen bestimmt nicht. Für die Flüchtlinge dagegen ist's
oft eine kleine Beigabe zur Gründung eines neuen Hausstandes. Die
Flüchtllinge werden bei diesem rücksichtslosen und harten Vorgehen
Dänemark bestimmt nicht in gutem Andenken behalten. |
Alle disse ting forbitrer flygtningene
meget og jeg er overbevist om, at det for danskerne ville være en
bagatel at give dette fra sig. Den slags service, som gives os i lejrene,
er der bestemt ingen danske husmødre, der bruger. For flygtningene
derimod er det ofte et lille bidrag til grundlæggelsen af en ny husholdning.
Flygtningene tænker bestemt ikke tilbage på Danmark med glæde,
når de bliver behandlet på denne hensynsløse og hårde
måde. |
52 Ich möchte
noch bemerken, dass ich grossen Wert auf Veröffentlichung dieses Schreibens
lege.
Frau M. L. Monse,
Kløvermarken. (Reaktion: 47-10#59). |
Så vil jeg gerne sige, at
jeg lægger stor vægt på, at dette læserbrev bliver
offentliggjort.
Fru M. L. Monse,
Kløvermarken. |
| 53
Gleichzeitig möchte ich noch anfragen, warum gerade wir Hamburger
beim Abtransport nach Deutschland so zurückgestellt werden und zuletzt
rankommen sollen. In Hamburg ist die allgemeine Lage auch nicht schlechter
wie anderswo, z. B. ist sie im Ruhrgebiet viel schlechter. Man hat immer
wieder eine Rückkehr aller Beheimateten bis Weihnachten zugesichert,
aber wir wurden leider immer wieder enttäuscht. Andere Flüchtlinge,
wie solche aus Ostpreussen oder Danzig kommen nach Hamburg, nehmen uns
dort die Wohnungen weg, und wir Hamburger haben das Nachsehen, das ist
bestimmt nicht richtig. |
Samtidig vil jeg gerne spørge,
hvorfor netop vi hamburgere ved tilbagetransporten til Tyskland på
den måde bliver sat tilbage og skal ankomme sidst. I Hamburg i den
almindelige situation ikke værre end andre steder, f. eks. er Ruhrområdet
meget værre. Man har igen og igen forsikret, at alle, der havde et
hjem, kunne komme hjem før jul, men vi blev desværre atter
og atter snydt. Andre flygtninge, f. eks. dem fra Østprøjsen
og Danzig kommer til Hamburg, og tager dèr boligerne fra os, og
vi hamburgere sidder med ulempen, det er bestemt ikke rigtigt. |
| 54 Gewiss, solche Flüchtlinge müssen
auch untergebracht werden, aber warum gerade in Hamburg? Wir haben unsere
Angehörigen dort, haben auch teils schon unsere Wohnungen oder Zimmer,
und man hält uns hier zurück ohne jeden Grund. Es sind so wenig
Hamburger hier, dass es bestimmt eine Kleinigkeit sein müsste, diese
mit einem Transport, etwa Wehrmacht, mitzuschicken. |
Javist, den slags flygtninge skal også have et sted at bo, men
hvorfor lige i Hamburg? Vi har vore pårørende dèr,
vi har også til dels vore boliger eller værelser dèr,
og her holder man os tilbage uden grund. Der er så få hamburgere
her, at det bestemt ville være en nem sag at sende dem med en transport,
måske sammen med værnemagtsfølget. |
| 55 Besonders mit dem Schleswig-Holstein-Transport
könnte man die Hamburger mitschicken. Hoffentlich aber nicht erst
nach Osnabrück. Es wäre ja lächerlich, wenn man einen Transport
mit Schleswig-Holsteinern oder Hamburgern erst durch das Land, in dem sie
beheimatet sind, hindurchfahren würde, um sie dann wieder zurückzuschicken.
Es gibt ja auch in Schleswig-Holstein, etwa in Lübeck oder bei Hamburg
auch Lager, die zur Durchreise benutzt werden können. Es wäre
etwas viel verlangt von uns, wenn wir erst durch Hamburg nur durchfahren
dürften, und dann noch mal die ganze Fahrt zurückmachen müssten. |
Man kunne jo sende hamburgerne med transporten til Slesvig-Holsten.
Men forhåbentlig ikke først til Osnabrück. Det ville
jo være latterligt, hvis man ville lade en transport med slesvig-holstenere
og hamburgere i første omgang køre igennem det land, hvor
de hører hjemme, for så bagefter at sende dem tilbage. Der
er jo også lejre i Slesvig-Holsten, måske i Lübeck eller
ved Hamburg, som kan benyttes ved gennemrejsen. Det ville være for
meget forlangt af os, hvis vi først skulle rejse igennem Hamburg
for så endnu engang at skulle rejse tilbage. |
| 56 Es wäre im Sinne aller Hamburger
hier in Kløvermarken, wenn nun endlich mal auch an uns gedacht würde
und nicht immer wieder andere Transporte vorgeschoben würden, sondern
nu zuerst die Beheimateten nach Hause können. |
Det ville svare til de hamburgeres ønske, der er her i Kløvermarken,
hvis man for engang skyld ville tænke på os og ikke altid skyde
andre transporter ind foran, men nu først lade os med et hjem komme
hjem. |
57
Es wäre mir lieb, wenn dieses Schreiben an eine zuständige britische
Stelle weitergeleitet würde, persönlich ist es uns ja leider
unmöglich, dort einmal vorzusprechen.
M. L. Monse,
aus Hamburg, z. Zt. Kløvermarken. |
Det ville glæde mig, hvis
dette læserbrev kunne bringes videre til vedkommende britiske kontor,
det er jo desværre umuligt for os personligt at tale vor sag dèr.
M. L. Monse,
fra Hamburg, for tiden i Kløvermarken. |
| 58
Der erste Teil des Briefes sind Betrachtungen über die bösen
Dänen. Frau Monse schimpft nach Herzenslust. Der ganze Inhalt dieses
Teiles ist nichts anderes als: Wir wollen mehr haben! Dänische
Auffassungen sind gleichgültig, unsere Flüchtlingswünsche
werden rücksichtslos und frech vorgebracht. Von Höflichkeit und
Dankbarkeit gegen das Gastland keine Spur. |
Den første del af
brevet er betragtninger over de onde danskere. Fru Monse skælder
ud af hjertens lyst. Hele indholdet af denne første del er ikke
andet end: Vi vil have mere! Danske opfattelser er ligegyldige,
vores flygtningeønsker bringes frem, hensynsløst og frækt.
Intet spor af høflighed og taknemlighed overfor værtslandet. |
| 59
Im zweiten Teil kommen die Ostpreussen und Danziger an die Reihe. Hart
und ohne Mitleid denkt Frau Monse nur an sich. Die Ostpreussen können
warten. Natürlich müssen sie auch mal untergebracht werden, aber
um Himmels willen nicht in Hamburg, da könnten sie vielleicht Frau
Monse eine Wohnung wegnehmen! Welche Roheit und Selbstsucht einer Frau,
die es wahrscheinlich etwas besser bekommt als die Ostpreussen, die alles
verloren haben. |
I den anden del er
det østprøjsernes og danzigernes tur. Hårdt og uden
medlidenhed tænker fru Monse kun på sig selv. Østprøjserne
kan vende. Naturligvis skal de også engang have et sted at bo, men
for himlens skyld ikke i Hamburg, dèr kunne de måske tage
en bolig fra fru Monse! Hvilken råhed og egoisme hos en kvinde, der
sandsynligvis får det bedre end østprøjserne, som har
mistet alt. |
60
In beiden Teilen des Briefes der Frau Monse sind natürlich berechtigte
Betrachtungen enthalten. Aber dieser selbstsüchtige, herz- und lieblose
Ton! Vielen Ostpreussen und Danzigern wird sicher die Wut kommen bei Lesen
des zweiten Teiles. Seien Sie gewiss, de erste Teil wirkt auf die Dänen
genau so.
Die Redaktion. |
I begge dele af fru Monses brev
er der naturligvis berettigede betragtninger. Men denne egoistiske, hjerteløse,
kærlighedsløse tone! Mange østprøjsere og danzigere
bliver sikkert rasende over at læse den anden del. De kan være
sikker på, at den første del på danskerne virker nøjagtig
ligesådan.
Redaktionen. |
| 61 Ein Brief aus Silkeborg |
Brev fra Silkeborg |
62
Liebe Ilse!
Ich habe gestern und heute Post von Dir erhalten.
Gestern einen und heute zwei Briefe. Meinen besten Dank dafür. Ich
habe mich wirklich gefreut. Schon über die Nachricht, dass Du von
Deinen Eltern Nachricht hast. Ich habe Dir ja gesagt, Du solltest nicht
den Mut verlieren, einmal würde ja doch was eintreffen. |
Kære Ilse!
Jeg fik brev fra dig igår
og i dag. Igår ét brev og i dag to. Tusind tak for dem. Det
glædede mig virkelig. Bare det, at du har fået underretning
om dine forældre. Jeg har jo sagt til dig, at du ikke må tabe
modet, før eller siden ville der dog ske noget. |
| 63 Und hatte ich nicht Recht? Ja, ich freue
mich mit Dir, liebe Ilse, Du schreibst, dass Du in eine andere Baracke
gezogen bist. Dasselbe müssen auch wir jetzt tun. Unsere Baracke wird
ganz geräumt. Solange waren wir 28 Personen im Zimmer und jetzt kommen
wir nur zu 4-14 Personen. Da werden wir ja leben wie im Himmel. Weisst
Du, wenn so viele Personen im Zimmer sind, wird man sehr nervös. Das
ist ja auch nicht zu vermeiden, nicht wahr? |
Og havde jeg ikke ret? Ja, jeg glæder mig sammen med dig, kære
Ilse. Du skriver, at du er flyttet ind i en anden barak. Det skal vi også
gøre nu. Vores barak bliver fuldstændig rømmet. Igennem
lang tid var vi 28 personer i ét værelse og nu kommer vi med
på fra 4 til 14. Så kommer vi jo næsten i paradis. Véd
du hvad, når der er så mange personer i rummet, bliver man
meget nervøs. Det kan jo heller ikke undgås, vel? |
| 64
Nun, liebe Ilse, sind wir bereits in der neuen Baracke. Es ist hier sehr
schön, noch weiter im Walde gelegen. Man kann sich hier bald mit den
Füchsen gute Nacht sagen. Wir sind jetzt 8 Personen im Zimmer, davon
2 Kinder, schön gemütlich eingerichtet wie zu Hause. Wir haben
alles mit Papier ausgeputzt. Und es geht alles seinen gewohnten Gang. Das
beste, was wir haben ist, dass wir nicht soweit nach Torf laufen brauchen,
das ist die Hauptsache. |
Kære Ilse, nu er vi
allerede i den nye barak. Der er meget smukt her, den ligger længere
inde i skoven. Man kan her sige godnat til rævene. Nu er vi 8 personer
i værelset, deraf to børn, det er smukt indrettet som derhjemme.
Vi har stoppet alting med papir. Og alt går sin vante gang. Det bedste
ved det er, at vi ikke skal løbe så langt efter tørv,
det er hovedsagen. |
| 65 Liebe Ilse, Du schreibst, dass Du zum
Mittag Rollmopse hattest und einmal sogar frische Gemüse. Ja, so schönes
Mittag haben wir nun nicht. Hier gibt es immer nur Milchsuppe, Erbsen und
Grützkartoffeln. Immer dasselbe und dazu noch so dünn wie Wasser.
Jetzt haben wir aber einen neuen Lagerchef, und ich glaube, dass es sich
jetzt ändern wird. Der neue Chef will ja das ganze Lager umkrempeln. |
Kære Ilse, du skriver, at du til middag fik rollmops og en gang
endog friske grønsager. Ja, en så skøn middag får
vi nu ikke. Her får vi altid kun mælkesuppe, ærter og
kartoffelmos. Altid det samme og dertil næsten så tynd som
vand. Men nu har vi fået en nu lejrchef, og jeg tror, at det nu vil
ændre sig. Den nye chef vil jo nok lave om på hele lejren. |
| 66 Da bin ich ja gespannt, wie es zugehen
wird. Liebe Ilse, Du schreibst, Deine Verwandten sind alle gestorben. Ich
kenne sie ja alle und fühle mit Dir. Ich weiss ja wie es ist, wenn
man die nächsten Angehörigen verliert. Und dann noch auf so schreckliche
Art. Und dann Liebe Ilse, hast Du ja in der Zeitung so einen feinen Artikel
geschrieben. Ich gratuliere herzlich. Das hast du fein gemacht. Ich musste
recht staunen, als ich Deine Unterschrift las. |
Hvordan det kommer til at gå, er jeg da spændt på.
Kære Ilse, du skriver, at dine pårørende alle er døde.
Jeg kender dem jo alle og føler med dig. Jeg véd jo, hvordan
det er, når man mister sine nærmeste pårørende.
Og så på en så forfærdelig måde. Og, kære
Ilse, så har du jo skrevet en smuk artikel i avisen. Hjertelig tillykke.
Det har du gjort godt. Jeg blev ret så forbavset, da jeg læste
din underskrift. |
| 67
Ja, was Du da alles geschildert hast, ist ja die Wahrheit. Ich selbst habe
das alles auch mit meinen eigenen Augen gesehen. In Prangenau das Massengrab
und auch alle anderen in Kahlbude. Ich denke so oft an all das Schreckliche,
was man dort gesehen hat. Und manch einer kam doch ganz unschuldig hin.
Ich wäre ja auch bald dort gelandet. Ich glaube Du weisst es auch,
ich hatte doch einmal so einen grossen Krach mit Hauding. Und da wollte
er mich auch melden. |
Ja, alt, hvad du har skildret,
er jo sandt. Jeg har selv set det med mine egne øjne. I Prangenau
massegraven og også alt det andet i Kahlbude. Jeg tænker så
ofte på alt det skrækkelige, som man har set dér. Og
mange af dem kom dog ganske uskyldig af dage. Jeg kunne jo også nemt
være landet dèr. Jeg tror, du véd det godt, jeg havde
dog engang så stort et skænderi med Hauding. Og da ville han
også melde mig. |
68 Hat es aber doch später sein gelassen.
Aber trotzdem allen haben wir es doch gut in Deutschland gehabt. Wir haben
doch eine schöne Jugend verlebt. Wenn man so zurückdenkt, da
könnte man in einemfort weinen. Ob es noch einmal so schön kommt?
E. H., Silkeborg-Bad. |
Men det lod han dog senere være med. Men trods alt havde vi det
godt i Tyskland. Vi havde dog en skøn ungdom. Når man sådan
tænker tilbage, så kommer man næsten til at græde.
Mon det igen kan blive så godt?
E. H., Silkeborg-Bad.
(Se 47-01#60). |
69 15. Januar
Karl Liebknecht |
|
70
Ob sie uns auch zerbrechen, sie beugen uns doch nicht! Und eh' der Tag
vergangen, steh'n wir frisch aufgericht'? Aus tausend Niederlagen erheben
wir uns frei! Zu immer kühn'rem Schlagen, in immer fest'rer Reih!
(Karl Liebknecht). |
|
| 71
Wieder einmal kommt der 15. Januar, der Todestag von Karl Liebknecht und
Rosa Luxemburg. Die Jugend, die seit 1933 herangewachsen ist, kennt die
Führer der arbeitende Klasse nicht. Sie wurden ja auch von dem Naziregime
als Volksverbrecher und Verräter gegeisselt. Die Nazisten hatten auch
allen Grund dazu, denn diese beiden geistigen Führer des klassenbewussten
Proletariats vor dem 1. Weltkriege waren die schärfsten Gegner eines
imperialistischen Krieges. Sie sahen damals schon mit klarer Voraussicht
die Entwicklung des Krieges von 14-18, die schweren Folgen und den Ausgang
desselben. |
|
| 72 Besonders Karl Liebknecht sammelt die
revolutionäre Jugend um sich und förderte aktive Arbeit gegen
die Kriegsvorbereitungen. Als der Krieg begann, wurden Karl und Rosa auf
Wunsch der Kriegstreiber eingesperrt. Die Jugendbewegung arbeitete weiter,
wenn auch unter schweren Verhältnissen und illegal. Sie erhielt ihr
Rüstzeug zus den Gefängnismauern heraus. Die bekannten Spartakusbriefe
spornten Partei und Jugend an. Ihr Mut wuchs mit der Grösse der Aufgaben.
Die Front im Schützengraben, die Front in der Heimat, wusste bald,
wem ihr Kämpfen, ihr Hinmorden von Nutzen war. |
|
| 73 Als 1918 der Zusammenbruch kam, sich
die arbeitende Klasse besann, da heulte die Offizierskamarilla auf; ihre
Racht galt diesen beiden, Karl und Rosa. Sie wurden aus dem Gefängnis
geholt und nach dem Eden-Hotel gebracht. Die Mörder waren schon gedungen.
Als man die Beiden nach langer Quälerei weiterbringen wollte, wurden
sie auf der Strasse mit Gewehrkolben niedergeschlagen und erschossen. Rosas
Körper wurde später aus dem Landwehrkanal gefischt. Die Arbeiterklasse
verlor damit zwei ihrer besten geistigen Kräfte. |
|
| 74 Trotzdem hatten beide dem Proletariat
ein ungeheures Wissen als Wegweiser und Erbe hinterlassen. Die Arbeiterbewegung
und besonders die der Jugend wuchs. War es doch Karl Liebknecht, der sein
Augenmerk auf die Jugend richtete. Mit seinen feurigen Reden entfachte
er helle Begeisterung für die sozialistische Idee, während Rosa
Luxemburg, die kleine zarte Frau, klare, zielbewusste Richtlinien in politischer
und organisatorischer Hinsicht aufstellte. Die damaligen Mörder wurden
einige Jahre später die Organisatoren von Mörderbanden in de
SA und SS. |
|
| 75 In den Jahren bis 1933 wurden überall
in Deutschland klassenbewusste Proleten hinterhältig erschlagen. Wir
in Ostpreussen wissen noch sehr genau, wie der Mord an -- Gustav Sauf --,
Walter Schütz usw. 1932 zustande kam, die Mörder nach Italien
abgeschoben wurden, 1933 wieder auftauchten, um die "unblutigste" Revolution
fortzusetzen. |
|
| 76 Die Worte Karl Liebknechts im 1. Kriege,
"Noch ist der Golgathaweg der deutschen Arbeiterklasse nicht beendet",
ist leider dann harte Tatsache geworden. Tausende, ja zehntausende Liebknechts
hat die Arbeiterklasse auf diesem Wege geopfert, ungezählte Frauen
und Mädchen sind erschlagen, wie Rosa Luxemburg. Die Januartage des
Jahres 1945 sind wohl symbolisch gesehen, der letzte Meilensten dieses
Golgathaweges gewesen. |
|
| 77 Jeder Deutsche, jeder Ostpreusse ist
ihn gegangen! Mann, Frau, Kind oder Greis, ob er wollte oder nicht. Warum
konnten vor drei Jahrzehnten diese warnenden Worte dem Volke zugerufen
werden? Warum gedenken wir im Januar immer wieder unserer Toten? Weil sie
unser Vertrauen nicht getäuscht haben, mit voller Klarheit uns den
Weg gezeigt und ihn gegangen sind, trotz Hass und Unterdrückung. Die
trotzigen Worte unseres Karl Liebknechts bleiben unvergessen und begleiten
uns weiter bis zum Endziel. |
|
78 "Spartakus niedergerungen?
o' gemach, wir sind nicht geflohen,
wir sind da und bleiben da
trotz alledem!"
W. S.,
Aalborg West. |
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