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Fra den tyske avis |
Einzelne Lager |
Om de enkelte lejre |
Deutsche Nachrichten 1947 Nr 2
vom 13. Januar 1947 |
Deutsche Nachrichten 1947 nr 2
fra 13. januar 1947. |
Die Zuzugsgenehmigungen af Oskar Callwitz, Skrydstrup
I #1. Svar: #9.
West- und Ostdeutsche af Fredi Ammon, Lager Vingsted. #13.
Eine Entgegnung af Aloys Kampa, Oksbøl, Bez. 2 N 8-11.
#24.
Betrachtung zum Jahreswechsel af Carla Christine Wyneken, Lager
Fræer. #39.
Über die Mitnahme von Röstbrot, Seife und dergleichen
af
Maria Gustävel, Oksbøl. #44.
Svar #58. |
Tilflytningstilladelser
Vesttyskere og østtyskere
Et modsvar
Betragning ved årsskiftet
Om medtagelse af ristet brød, sæbe og den slags. |
| 1 Die Zuzugsgenehmigungen |
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| 2 Zu
dem in der Nr. 46 in der "Deutschen Nachrichten" auf Seite 8 veröffentlichten
Artikel "Von Zone zu Zone" erlaube ich mir Nachstehendes zu bemerken: |
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| 3 Der
Artikel behandelt die Umsiedlung der innerhalb der vier Besatzungszonen
befindlichen deutschen Flüchtlinge in ihre seinerzeit verlassenen
Heimstätten, lässt aber m. E. nach die Frage offen, wo diejenigen
deutschen Flüchtlinge jetzt beheimatet sind, die seinerzeit auf Anordnung
der deutschen Militär- und Zivilbehörden gezwungen waren, binnen
weniger Stunden unter Zurücklassung all ihrer Habe ihre Heimat in
denjenigen Teilen Deutschlands aufzugeben, die nach den Potsdamer Abmachungen
in die Verwaltung der Sowjetunion und ddes polnischen Staates gestellt
wurden. |
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| 4 Zahlreiche
dieser Flüchtlinge haben nun inzwischen eine Heimat und Unterkommen,
sowie Verdienst im Westen des Reiches gefunden und werden diese neue Heimat
nicht wieder aufgeben wollen, um den Kampf ums Dasein wieder von neuem
zu beginnen. Sie haben dagegen aber den sehr dringenden Wunsch, endlich
wieder mit ihren engeren Familienangehörigen vereint zu werden, zum
mindesten insoweit, als dieses ohne erhebliche besondere Schwierigkeiten
möglich ist. |
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| 5 Die
im hiesigen, sowie wohl auch in andern Lagern Dänemarks für den
Zweck der Umsiedlung aufgestellten Listen nahmen zunächst Anträge
auf Überführung auch dann entgegen, wenn einwandfrei nachgewiesen
werden konnte, dass für den Überführten Unterkunft und Verpflegung
sichergestellt sei. |
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| 6
Überführt werden jetzt aber nur noch solche Flüchtlinge,
die ausser einer Zuzugsgenehmigung der Gemeindebehörde noch ein Visum
der zuständigen Besatzungsbehörde beibringen können. Viele
Gemeinden lehnen nun angeblich diese Zuzugsgenehmigung mit der Begründung
ab, dass derargige Genehmigungen für Flüchtlinge aus Dänemark
nicht mehr notwendig seien. |
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| 7 Die dänischen Behörden
aber, in deren Händen die Zusammenstellung der Transporte liegt, behaupten
leider das Gegenteil. Was ist nun richtig? Die Sehnsucht des allergrössten
Teils der Flüchtlinge in Dänemark, mit den Familienmitglieder
wieder vereint zu werden, ist riesengross. Sie scheuen weder Arbeit noch
Hunger in Deutschland -- nur wieder zu Haus wollen sie sein -- und in gewisser
Beziehung auch frei sein. Da ich hier über die von mir gestellten
Fragen keine erschöpfende Aufkläring erhalten kann, so wende
ich mich vertrauensvoll an die dortige Adresse. |
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8 Einem
gefälligen Bescheide sehe ich entgegen.
Oskar Callwitz,
Skrydstrup I. |
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| 9 Lieber Oskar Callwitz! |
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| 10 Keiner
kennt die vielen Schwierigkeiten mit der Zuzugsgenehmigungen besser als
wir. Aber wir können nicht daran ändern, wenn deutsche Gemeinden
ablehnen, Zuzugsgenehmigungen für Flüchtlinge in Dänemark
auszustellen. Wir können nur den einen Rat geben, das die Angehörigen
in Deutschland erneut mit ihren Gemeindebehörden verhandeln. Wenn
es das erste und zweite Mal vergebens war, dann gelingt es vielleicht beim
dritten Versuch, eine Genehmigung zu erhalten. |
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| 11
Stempel und Unterschrift der zuständigen Besatzungebehörde wurde
verlangt, weil weit mrhe Flüchtlinge in die Listen eingeträgen
wurden, als nach dem ersten Abkommen zum Rücktransport vorgesehen
waren. In die englische Zone sollten z. B. nach dem jetzt geltenden ersten
Abkommen 12 000 Flüchtlinge reisen, die listen wiesen aber fast 20
000 Namen auf. Ein Teil musste also wohl oder übel zurüchstehen. |
|
12
Auf deiese Regelung haben die dänischen Behörden keinen Einfluss,
da die Besatzungsmächte die Bedingungen für die Rückkehr
festsetzen. Dänemark ist aber unermüdlich tätig, um die
Rückreise in Schwung zu halten und den Flüchtlingen so bald wie
möglich die Rückkehr zu ermöglichen. Die eigenen wirtschaftlichen
Schwierigkeiten zwingen Dänemark dazu. Wir brauchen deshalb nicht
zu fürchten, dass es etwa an Eifer und Energie in dieser Frage fehlen
sollte.
Die Redaktion. |
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| 13 West- und Ostdeutsche |
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14 Sehr geehrte Redaktion!
Unsere zweite Flüchtlingsweihnacht
veranlasst mich, einige Zeilen an Sie zu senden. |
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| 15 Ich stamme
aus Westpreussen, und hätte diese Weihnachten, wie auch jeder Andere,
lieber in meiner Heimat verlebt als hinter verrostetem Stacheldraht. Ich
möchte deswegen nicht die Dänen verrufen. Vielfach können
wir es diesen verdanken, dass wir Weihnachten unter einem Dach verleben
können. |
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| 16
Viele, aus den Osten Vertriebene, sitzen auf der Landstrasse, auf das harrend,
was kommen wird. |
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| 17 Das Los
der Ostflüchtlinge ist hart und schwer. Viele vermögen dies kaum
zu tragen und hoffen deshalb auf Hilfe der Westdeutschen. Man hat vielen
Ostflüchtlingen alles fortgenommen, ausgenommen das, was sie auf dem
Leibe hatten. |
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| 18
Ist es ein Hoffnungsschimmer, wenn die Vertriebenen nach dem Westen kommen
und dort hören und lesen, dass es die Ost- und Westpreussen
sind, die die Westdeutschen arm gemacht haben? |
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| 19 Ich möchte
den Westdeutschen keine Schuld in die Schuhe schieben, auch wenn diese
mitschuldig sind. Dazu bin ich Deutscher. |
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| 20
Nun bitte ich um eine Antwort: Sind nur wir aus den Osten am Kriege schuldig?
Oder sind wir es alle? Vielleicht schimpft man nur auf die Ostflüchtlinge,
um sich diese vom Halse zu halten. Ich weiss es nicht. Unsere Schuld sind
wir uns bewusst. |
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21
Aber wenn Deutschland wieder aufblühen soll, dann müssen sich
West- und Ostdeutsche zum gemeinsamen Aufbau die Hände reichen.
Fredi Ammon,
Lager Vingsted. |
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22 Lieber Fredi Ammon!
Sie rühren an eine sehr ernste
Frage. Es ist leider richtig, dass das Verhältnis zwischen den Westdeutschen
und den Ostflüchtlingen oft schlecht ist. Natürlich ist es ein
Unsinn zu sagen, dass nur die West- und Ostpreussen am Kriege Schuld seien.
Natürlich müssen alle Deutschen die entsetzlichen Folgen des
Krieges gemeinsam tragen. Aber die Selbstsucht ist heute weit verbreitet
in Deutschland. |
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23 Wer noch etwas hat, will oft nicht mit
denen teilen, die alles verloren haben. Aber die Flüchtlingen, die
nach dem Westen kommen, stellen oft auch Forderungen, die niemand erfüllen
kann. Offen gesagt, die Verhältnisse sind oft trostlos. Es ist richtig,
was Sie schreiben, erst wenn West- und Ostdeutsche sich zum gemeinsamen
Aufbau die Hände reichen, kann Deutschland wieder aufblühen.
Die Redaktion. Gensvar 06/1947#1. |
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| 24 Eine Entgegnung auf den Artikel "Wer
hat Recht" in Nummer 44 |
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| 25
Herr Walter Kabrowskib war Kohlenhändler in Danzig-Praust, seine Zeugen
Herr Herrmann Wiens, Käsemark, Herr Jahnke, Mewe (aus dem Lager Ringe,
Fyn) handelten ebenfals mit Kohlen. Fräulein Neu ist niemals meine
Mitarbeiterin gewesen, sondern war im Wirtschaftsamt Danzig-Stadt tätig. |
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| 26 Dieses hat Ihnen, Herr Kabrowski, Frl.
Neu brieflichb mitgeteilt, wovon ich Abschrift erhalten habe. Ihren Artikel
"Wer hat Recht" in No. 44 der "Deutschen Nachrichten" sehe ich als Racheakt
gegen mich an. Zur Erläuterung meiner Annahme: Der Vorort Paust wurde
1943 der Stadt Danzig eingemeindet, damit übernahm das Wirtschaftamt
Danzig-Stadt die wirtschaftliche Lenkung. In der Kohlensachbearbeitung
überprüfte der damalige Leiter Herr v. Lebinski vom W. A. Danzig-Stadt
die neu hinzugekommenen Kohlenhändler von Praust. |
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| 27 Die Überprüfung ergab unordentlich
geführte Kartei bei Herrn Kabrowski. Auf Grund der schriftlichen Mitteilung
des W. A. Danzig-Stadt wurde von mir ein Strafverfahren gegen Sie, Herr
Krabrowski, Verleumdungsmaterial gegen mich und glauben jetzt dieses in
meinem Artikel in No. 16 der "Deutschen Nachrichten " gefunden zu haben. |
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| 28 Wenn Sie der Ansicht sine, dass im Landeswirtschaftsamt
Danzig alle Abteilungsleiter Pg. gewesen sein müssen, sind Sie im
Irrtum. Das wäre Ihnen zu verzeihen! Dass Sie aber Ihr Mütchen
zu kühlen versuchen, indem Sie öffentlich erklären, ich
sei jahrelanges Parteimitglied, ist eine gemeine Verleumdung. Wissen Sie
um meine Person besser Bescheid als ich selbst? |
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| 29 So hat auch das Tragen des Parteiabzeichens
durch mich nur in Ihrer stark ausgeprägten Phantasie existiert. Sollten
ausser Ihren Zeugen noch weitere Bekannte von mir in andern Lagern das
Parteiabzeichen bei mir gesehen haben, bitte ich diese, mir ihre Anschrift
liebenswürdigerweise mitzuteilen, wofür ich dankbar wäre. |
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| 30
Ihnen allen zur Kenntnis: Ich habe dem Beauftragten der dänischen
Flüchtlingsverwaltung Oksbøl følgende eidesstattliche
Erklärung abgegeben: Ich war weder vor noch nach 1933 Mitglied der
NSDAP, noch habe ich in irgend einer Gliederung der Partei ehrenamtlich
mitgearbeitet. Ein Parteiabzeichen habe ich nie besessen, somit auch keins
getragen. |
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| 31
Zur Dokumentierung gebe ich Ihnen den ersten Satz eines Briefes bekannt.
Den Briefschreiber kennen Sie ganz genau! Er war Leiter des Landeswirtschaftsamtes
in Danzig: |
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32 "Dr. jur.
Helmut Koch.
Wesermünde, d. 14.11.1946.
von Glahnstr.
7. |
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33 Sehr geehrter Herr Kampa!
Auf Ihr Schreiben
vom 30.10.46 bestätige ich Ihnen zunächst gerne, dass Sie nicht
Mitglied der NSDAP gewesen sind u.s.w." |
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| 34
Das Original mit Briefumschlag befindet sich in meinem Besitz. Eine Abschrift
ist bei den Akten des Beauftragten der dänischen Flüchtlingsversaltung
Oksbøl. |
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| 35
Als weitere Zeuen nenne ich Ihnen Herrn Specht, meinen langjährigen
Mitarbeiter im LWA, der mir täglich gegenüber sass, Herrn Jursch,
den Personalchef des LWA und weitere Zeugen meines täglichen Umgangs.
Diese leben alle in Deutschland. Herr Kabrowski! gerichtliche Verfolgung
Ihrer unerhörten, böswilligen Verleumdung kann ich leider erst
in Deutschland herbeiführen und Sie dürfen versichert sein, ich
vergesse es auf keinen Fall. |
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36 Ich hoffe, dass Sie und Ihre Zeugen
den Mut aufbringen, mir Ihre Anschrift zu gegebener Zeit in Deutschland
zu übermitteln. Meine kann ich Ihnen sofort bekannt geben:
"Hamburg -- Gr. Flottbek, Kl. Flottbekerweg 93". |
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| 37
Der letzte Satz Ihres Artikels "Vielleicht geben Sie, Hr. Spatz auf Grund
meiner Zuschrift Herrn Kampa die richtige Antwort", zeugt von Ihrer Intelligenz.
Ein Glück, dass unser JochenKain Gestapomann ist, sonst wäre
ich heute schon nach Ihrem Wunsch im K. Z.!! |
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38
Sehen wir uns doch einmal um, eine Strasse des Elends führt nunmehr
durch unser Leben. Sie ist mit Millionen von Leichen gepflastert und deren
Blut bildet die Asphaltschicht. In Elend und Not suchen wir darauf unsere
liebe Heimat, unsere vermissten Angehörigen, unser Brot, unsere Ruhe
und unseren Frieden.
Hochachtungsvoll
Aloys Kampa,
Oksbøl, Bez. 2 N 8-11. |
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| 39 Betrachung zum Jahreswechsel |
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| 40
Wenn die erhellten Fenster grosser Häuserblöcke eine Strahlenbrücke
über die Strasse werfen, wenn die leuchtenden Augen der Fahrzeuge
lange Strecken des Damms in ihre flackernden Lichtkegel hüllen und
Abend um Abend mehr Lampen vor den Haustüren ahfleuchten, fällt
auch in unsere Herzen ein heller Schein. Wieder Licht! Lange verhüllt,
lange entbehrt, lange ersehnt. Vor noch nicht langer Zeit hiess Licht Gefahr
oder Tod. Gefahr, wenn es durch die Ritzen verhangener Fenster lugte oder
im Band der Schwinwerfer suchend über den Himmel wanderte; Tod, wenn
es in den Mündungsfeuern der fliegenden Ungeheuer aufflammte oder
sich in grünweissen Leuchkugeln unheilschwer über Städte
und Menschen senkte. |
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| 41
Heute bedeuten uns jeder Lichtstrahl Frieden und neuses Werden, so wie
uns da draussen die hellen, werdenden Tage das erste Keinem kommenden Lebens
ahnen lassen. Auch sie folgten der grossen, angstverbreitenden Dunkelheit
toter Winternächte. Es ist ein ewiger Wechsel von Licht und Dunkel
-- in der Natur wie im Leben der Menschen und Völker, seit GOTT "hiess
das Licht hervorleuchten aus der Finsternis". Undenkbar das Eine ohne das
Andere. |
|
| 42 Denn erst, wenn der Tag zur Neige Geht,
vermögen wir die Sterne zu sehen, di im Hellen unserem Auge verborgen
bleiben. |
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43
Auch wir wanderten nicht umsonst durch die Dunkelheit bittersten Zeitgeschehens.
Denn erst jetzt wird das Auge vieler Menschen das Licht zu schauen
vermögen, das -- in jedem von uns schüchtern flachernd -- von
dem Scheinglanz vergangener Zeiten überstrahlt wurde. Das ist der
göttliche Funke der Wahrheit, der Lauterkeit und der Güte, an
dem allen sich die Helligkeit eines neuen besseren Daseins zu entzünden
vermag.
Carla Christine Wyneken,
Lager Fræer. |
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| 44 Über die Mitnahme von Röstbrot,
Seife und dergleichen ... |
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| 45
An die ersten Tausend Flüchtlinge, die in der Heimat zurückbefördert
wurden, hat man pro Ko?? einige Kilo Nährmittel ausgehändigt.
Diese Handlungsweise löste im Lager, besonders natürlich bei
den hiervon Betroffenen, grösste Freude aus -- Inzwischen hat sich
jedoch das Blatt grundlegend geändert. Den heute in die französische
Zone Abgefahrenen hat man nicht nur nichts an Nährmittel ausgehändigt,
sondern ihnen alles, was sie sich von den zugeteilten Rationen erspart
hatten, abgenommen. -- Diese Handlung ist uns nicht nur unverständlich,
sondern sie erscheint uns auch ungerecht. |
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| 46
Wohl alle, die mit der baldigen Rückkehr nach Deutschland rechnen,
haben gespart und nochmals gespart. Und so hängt für jeden wohl
ein Beutelchen Röstbrot, vereinzelt auch zwei, an luftiger trockenen
Stelle in der Baracke bereit für dn Abtransport als eiserne Ration
für die Heimat. Vereinzelt hängt auch ein Beutel mit Nährmitteln
dabei, zumal bei kinderreichen Familien und Kranken. Auf kleines Brötchen
in Obennähe trocknet hie und da Seiten auf die man fast mit sorgender
Hausfrauenfreude blickt. |
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| 47
Viel ist im Lager gebastelt worden; da hat die Oma, die Mutter, Schwester
oder Freundin Geburtstag gehabt. Womit konnte man ihnen eine Freude machen?
Was sozusagen aus Nichts anfertigen? Stricken, häkeln, nähen,
alles das fällt weg, wir sind ja arm, also was bleibt da noch? Papier!
Und daraus sind tatsächlich reizende Gebrauchsgegenstände gebastelt
worden . Die Bastelstunden, begünstigt durch die Schulverwaltung,
waren ja immer gut besucht. Ausstellungen, die auch von dänischer
Seite besucht worden sine, zeigten fast nur künstleerische Erzeugnisse. |
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| 48 Was lag da alles auf dem Geburtstagstisch.
Eine Schreibmappe, Lebensmittelkartentasche, ein Buchhülle und so
reizende kleine Lesezeichen. Tränenden Auges stand man davor, erfreut
über die mit soviel Liebe und Geduld angefertigten Sachen. |
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| 49
Behutsam wanderten sie in den Koffer, ein Andenken für immer an die
Internierungszeit. |
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| 50
Auch die heute Abfahrenden haben so gedacht und nicht ... mit der Tücke
des Schicksals gerechnet. Da wurde ihnen nicht nur das Röstbrot abgenommen
-- nebenbei sei, doch keiner hatte mit der ganz unverständlichen Strenge
gerechnet -- nein auch die gebastelten Sachen wurdenihnen abgenonnem und
in den Dreck geworden! |
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| 51
Für die Reise bekamen sie Verpflegung zugeteilt doch wohl um unterwegs
versorgt zu sein? An Vorrat kann der Magen nicht gut esse, als wurden sie
als Handgepäck mitgenommen und ... bei der letzten Handgepäckprüfung
ihnen wieder abgenommen! |
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| 52
Einen Grund werden diese harten, uns unverständlichen Massnahmen ja
haben! Und so werden eigene Landsleute wohl ein unvorstellbares und untragbares
Quantum dieser Dinge mitgeschleppt haben und v?? sind nun die Leidtragenden.
Für diese Süner, die halb Dänemark mitschleppen, kann es
nur eins geben, und das ist die Ausschliessung vom Transport, wohl die
härteste Strafe für sie. |
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| 53
Sollte man nicht aber einem Verständigungswort für uns und die
in Frage kommenden dänische Stellen finden? Ja, der Weg liesse sich
finden, wer die dänische Verwaltung uns gestatten würde, von
den zugeteilten, also gebilligten, Rationen ein wenig auch begrenztes Quantum
mitzunehmen. |
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| 54
"Rettet Europa", unter diesen Motto werden in aller Welt Hilfsaktionen
veranstaltet, solle es dann nicht möglich sein, auch für unsere
Sparakten Verständnis zu finden? |
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| 55
Wir fahren in ein immer noch ausgehungertes Deutschland, das arm an Nahrungsmitteln,
arm an Geld und bettelarm an Reinigungsmitteln ist. Da liegt es doch auf
der Hand, dass wir nicht gedankenlos in den Tag hineinleben, sondern von
dem was der Staat uns zugebilligt hat -- nur von dem selbstverständlich
soll hier die Rede sein -- sparen um den harten Übergang zu mildern. |
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| 56
Und so bitten wir Sie, liebe "Deutschen Nachrichten", Vermittler zu sein
zwischen uns und die dänischen Behörden. |
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57
Wir bitten weder um Unmögliches, noch Untragbares, sondern nur umj
Sparerlaubnis und Erlaubnis Erspartes mit in die Heimat nehem zu dürfen.
Maria Gustävel,
Oksbøl. |
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58 Liebe Frau Gustävel!
Sie haben in der letzten Nummer
der "Deutschen Nachrichten" gelesen, wie ein Teil der Flüchtlinge
sich im Durchgangslager Kolding aufgeführt hat. Sie können sich
wohl vorstellen, wie schwer es ihnen unter diesen Umständen Erleichterungen
und Entgegenkommen bei den Behörden zu erreichen. Das masslose Hamstern,
das Sie selber schildern, hat sich leider auch gegeben. |
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| 59 Denken Sie daran, kein Däne darf
ohne schriftliche Genehmigung der Beh¨rden Lebensmittel mitnehmen,
wenn er ins Ausland reist. Und nun erleben die Dänen die riesigen
Schmuggelversuche der Flüchtlinge! Das war nicht dazu ???getan, Verständnis
und Nachricht bei den Dänen zu fördern. Wie immer müssen
diejenigen, die spät kommen, für die Sünden und Dummheiten
der ersten büssen. |
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60
Nur wenn die Flüchtlinge verstehen, Selbstdisziplin unter sich zu
üben, können wir auf Entgegenkommen rechnen. Aber jedesmal, wenn
einer das verständnisvolle Entgegenkommen schamlos und pl??? für
sich ausnutzen will, ohne an die anderen zu denken, ist die natürliche
Antwort rücksichtlos Strenge entsprechend der Vorschriften, die allen
Flüchtlingen bekannt sind. Wenn aber alle Flüchtlinge massvoll
und vernünftig auftreten, können alle mit einer rücksichtsvollen
Behandlung rechnen.
Die Redaktion. |
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