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Fra den tyske avis |
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Om de enkelte lejre |
Deutsche Nachrichten 1946 Nr 43
vom 18. November 1946 |
Deutsche Nachrichten 1946 nr 43
fra 18. november 1946. |
Wochenschwatz #1.
"Mephistos der Reaktion" von Wilhelm Lischnewski, Kløvermarken.
#15.
Brief aus Kolding. von Erwin Elsholz #29.
Antwort: #34.
"Vereigniten Staaten von Europa" Walter Rossberg, Silkeborg-Bad
#35.
Über das Soldatentum von Franz Specht. #60.
Ist Margarine minderwertig? Emil Lichtenecker, #71.
Antwort: #75. . |
Ugens passiar
"Reaktionens Mefistos
Brev fra Kolding
Europas forenede Stater
Om at være soldat
Er margarine underlødig? |
| 1 Wochenschwatz von Jochen Spatz |
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| 2
Liebe Landsleute. Ein Mann, der der Abreise des ersten Flüchtlingstransportes
von Kolding beiwohnte, wurde gebeten, einen Gesamteindruck in wenigen Worten
wiederzugeben. Sehr eifrig und sehre geschmeichelt erwiderte er: "Die deutschen
Flüchtlinge haben in Dänemark nichts gelernt und nichts vergessen.
Wie sie gekommen sind, reisen sie wieder ab". |
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| 3 Bei
diesen Worten kam sich der Mann sehr fortschrittlich und sehr freiheitlich
vor. Ich konnte mich, als ich den Ausspruch erfuhr, eines leichten Lächelns
nicht ganz erwehren. Mir schien, er selber hatte in seinen Eifer, Ungünstiges
über Menschen zu sagen, die er nicht leiden konnte, nichts vergessen
und nichts gelernt. Er war rückschrittlicher als er wusste, denn wein
Werturteil stärkt die wenigen Unbelehrbaren unter den Flüchtlingen.
Er giesst Wasser in die unterirdische Bäche ihrer bankerotten Mühle.
Sie stehen launisch beiseite und lachen sich eins ins Fäustchen: "Na
also!" |
|
4 Es
gibt oft solche vorschnellen Leute, die immer ein fix und fertiges Werturteil
bei der Hand haben, mit dem sie Schaden anrichten können. Ihre Selbstsicherheit
steht für gewöhnlich in keinem Verhältnis zu ihrer Sachkenntnis.
Man kan über sie lachen oder sich über sie ärgern. Wir wollen
weder das eine noch das andere tun, sondern sachlich prüfen, was an
dem Urteil des Mannes ist.
Wie sind die Flüchtlinge angekommen? |
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| 5 Nun,
vor allem erst einmal tief erschrocken. Kein Wunder nach der furchtbaren
Flucht durch brennende Dörfer, blotgerötete Schnee, durch von
Toten und Trümmern besäten Schlamm, über vom Geschützfeuer
berstende Eisdecken, an gurgelnden Wassertiefen vorbei (wenn nicht hinein!),
auf überfüllten von Gezeter und Schreien bebenden Schiffen, die
unter Fliegerbeschuss zu sinken drohten, ging es in die unbekannte Fremde. |
|
6 Die
meisten der Flüchtlinge waren vermutlich noch tags zuvor bis über
die Ohren in dem Glauben an die Unüberwindlichkeit der deutschen Kriegsmacht
verstrickt. Noch jetzt, auf der Flucht, fiel es ihnen schwer, den anscheinend
plötzlichen Zusammenbruch des dritten Reiches, bei dem sie Haus und
Hof, Hab und Gut, Gesundheit und Angehörige verloren, als endgültig
hinzunehmen.
Hatte der Führer nicht erst verkündet
.... ?
Hatte Goebbels nicht erst im "Reich" geschrieben
.... ?
Hatte Hans Fritzsche nicht erst im Rundfunk
gesagt .... ? |
|
7
Da waren ja noch die Wunderwaffen, die V1 bis V10, vielleicht sogar bis
V20. Wartet nur ab. Der Führer wird es in Ordnung bringen. Er hat
alles von vornherein einkalkuliert. Er hat für uns gedacht. Er wird
auch weiterhin für uns denken.
Warum die Leute im Ausland bloss
soviel gegen den Führer schreien? Er will ja nur das Beste. Er hat
ja alles getan, um diesen Krieg zu verhindern, nicht wahr? Die andern Staatsmänner
hätten ihn nur nicht zu stören brauchen. Sie hätten ihm,
der alles am besten weiss, den Willen tun sollen, dann wäre der Krieg
nicht ausgebrochen. |
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8 Deutschland
ist schuld am Kriege? Oho, wieso denn? Das deutsche Volk? Auf gar keinen
Fall. Wir hatten den Führer. Wir konnten nichts machen. Er hat für
uns gehandelt. Und er tut bestimmt nichts Böses. Wo er doch so kinderlieb
ist!
Konzentrationslager? Vivisektion an
Menschen? Massenmord an Juden, Polen, Franzosen, Norwegern, Holländern
und auch Deutschen, nur weil sie Gegner des Führers waren? Ganz ausgeschlossen!
Feindpropaganda. -- Lüge. So etwas tut kein Deutscher. -- |
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| 9 So ungefähr
sind die meisten Flüchtlinge hier in das land gekommen. Wer wissen
will, wie sie heute denken, der muss sich unter sie mischen und ihr Vertrauen
gewinnen. Dann wird er ein grosses Wunder erleben, wie viel ein Jahr der
Besinnung gewandelt hat. |
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| 10 Die weitaus
grösste Mehrzahl der Flüchtlinge hat inzwischen voller Entsetzen
den Nationalsozialismus abgeschworen. Leute,die noch vor wenigen Jahren
im Osten ohne Gewissenskonflikte bereit gewesen wären, die Wirtschaft
irgendeines vertriebenen Polen oder Russen als Eigentum in Besitz zu nehmen,
haben inzwischen begriffen, dass sie diese Bedenkenlosigkeit heute mit
dem Verlust ihres eigenen Besitztums sühnen. |
|
11 Menschen,
die noch vor einem Jahre den Führer und sein System mit Klauen und
Zähnen vor angeblich übler Nachrede verteidigten, schämen
sich heute die Augen aus dem Kopfe, wenn man mit ihnen über die unausdenklichen
Schandtaten des Naziregimes spricht.
Männer und Frauen, die noch
vor einem Jahre den Krieg für die natürlichste Art der Völker
hielten, ihre Beziehungen zueinander ins Reine zu bringen, haben gelernt,
dass der Krieg ein Verbrechen ist. |
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| 12
Flüchtlinge, dee noch vor Monaten höhnisch abwinkten, wenn sie
etwas von den Rechten des Volkes hörten, wissen nunmehr, dass sie
ihr Geschick in eigene Hände nehmen müssen. Und Burschen und
Mädchen, die durch die Hitlerjugend gegangen sind, suchen heute nach
neuen Idealen. Wir wollen nicht schönmalen. Alles was hier geschildert
wird, sind Ansätze, schüchterne Ansätze obendrein. Als Fremder
iund Aussenstehender merkt man wahrscheinlich nicht viel davon. Vor allem
nicht, weil man leicht übersieht, wie wenig Lagerordnung und Stacheldraht
zu Begeisterungsausbrüchen reizen. |
|
13 Nein.
Schönmalen wollen wir nicht. Wir wollen nur sagen, dass unser Volk
soeben dabei ist, zu lernen.
Dabei muss man der Wahrheit die Ehre
geben und einräumen, dass es nicht nur die Gutwilligen sind, die sich
diesem möglichen Tun hingeben. Auch Bösvillige sind dabei, zu
lernen, dass es gegenwärtig vorteilhaft sein dürfte, sich "demokratisch"
zu tarnen. |
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14
Aber nur unbesorgt. Auch die deutschen Republikaner und Freiheitsfreunde
haben inzwischen gelernt. Keiner, der es nicht ehrlich meint, wird ihnen
lange durch die Finger schlüpfen.
Hat sich der Nazi auch getarnt.
Die Liebesmüh' ist für die Katz.
Ganz Deutschland ist vor ihm gewarnt.
In diesem Sinne Jochen Spatz. |
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15 "Mephistos der Reaktion"
Jeder Schwerkranke macht
vor seiner Genesung eine Reaktion durch. So est es auch heute mit dem deutschen
Volk. Es war und ist wohl noch heute krank und manche seiner Behandlungen
ist wohl darauf zurückzuführen. Aber das meine ich nicht, ich
meine jene dunklen Kräfte, die jetzt, nachdem auch sie eine so furchtbare
Niederlage erlitten haben, sich allmählich sammeln; jene Mephistos,
die immer am Werk waren, wenn das deutsche Volk sich auf sich selbst besann,
um sich von diesen dunklen Kräften freizumachen, die sie gehindert
haben, ihre Kräfte und Fähigkeiten frei zu entfalten. |
|
| 16 So war es bei der Bauernerhebung des
Mittelalters, so war es in der Zeit 1848 bis 1914, so war es 1918 und so
ist es auch heute. Leute wie Studienräte, Ärzte, Krankenschwestern,
ja sogar Geistliche, die früher das Parteiabzeichen der NSDAP, mit
Stolz trugen, betätigen sich jetzt als Vortragende in allen möglichen
Zirkeln, teils unter sich, teils auch öffentlich in den einzelnen
Lagern. Ich weiss, dass ich jetzt in ein Wespennest gegriffen habe, aber
"das Wort ist frei" und niemand braucht sich persönlich beleidigt
zu fühlen. |
|
| 17
Was soll man dazu sagen, wenn jemand in einem Vortrag behauptet: Alle Bauern
erhalten das was sie verloren haben, ersetzt. Das hört sich wunderbar
an, aber ist es nicht unverantwortlich, jetzt solche Hoffnungen zu machen.
Wer, so frage ich, soll diesen Bauern, Handwerksmeistern und Arbeitern
das ersetzen, was sie bedauernswerterweise verloren haben, aus einer Konkursmasse,
wo nichts zu ersetzen ist? Aber darum geht es diesen Herren ja garnicht,
sie wollen sich nur lieb Kind machen bei den Massen und sich das Vertrauen,
das sie verloren habenn, wiedererwerben. Nur so lässt es sich erklären,
dass sie gegen eine deutsche Bodenreform sind und beweisen wollen, dass
eine derartige Aufteilung des Grund und Bodens den Verhältnissen nicht
entspricht. |
|
| 18 Nur so
ist es zu verstehen, warum Gerüchte in Umlauf sind von einer bevorstehenden
Auseinandersetzung zwischen dem Westen und dem Osten. Hinter diesen Gerüchten
stehen die mächtigen Gruppen der Grossgrundbesitzer und Industriellen,
die ihr Eigentum wieder zurückhaben wollen, um die Brutherde zu schaffen,
die schon des öfteren das deutsche Volk und Grund und Boden gerichtet
haben. Die Brutstäaten des jungdeutschen Ordens, des Wehrwolfs und
anderer sogenannter vaterländischer Organisationen, die als Vorbereitungsherde
für den Nationalsozialismus gegründet wurden. |
|
| 19
Alles was die Welt aufdeckte und noch aufdeckt, ist in den Augen dieser
Leute Schwindel, aber die Parolen, die hier verbreitet werden, sind natürlich
wahr. Die unglaublichsten Dinge werden verbreitet wie z. B.: Hitler ist
garnicht tot, er lebt und hält sich nur verborgen. Der neue Krieg
steht noch bevor, die Russen und Polen werden besiegt und wir kommen wieder
in unsere Heimat. All die Besitzenden bekommen ihre Grundstücke und
Besitztümer. |
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| 20 Es werden von jenen dunklen Kräften
sogar aus Deutschland hier in den Lagern Briefe verbreitet, wonach die
Amerikaner über Hannover Flugblätter abgeworfen haben sollen,
in denen die Amerkianer dem deutschen Volk versprechen, dass sie ihnen
in kurzer Zeit gegen die Russen helfen werden, nur aus besonderen Gründen
hätten sie bis jetat schweigen müssen, aber bald würden
sie das deutsche Volk befreien. Das sind die gleichen Flüsterparolen
die das deutsche Volk fast 6 Jahre hindurch immer wieder zu neuen Illusionen
führte wie: Geheim Waffen usw. Es fehlt nur noch, dass der freigelassene
Fritzsch damit beginnt, wieder allwöchentlich im Rundfunk seine Märchenstunde
zu halten. |
|
| 21
Kettenbriefe gehen von Hand zu Hand über angeblichen Groll und Terror
der Russen und Polen gegen die Deutschen. Briefe, nach deren Inhalt Personen
verschwunden sind, die zu den führenden Kreisen der Städte Königsberg,
Danzig und Stetting gehörten. Solche Briefe gehen von Hand zu Hand,
ohne das nachgeprüft werden kann, von wo sie stammen. Von den Frauen
und Werktätigen sowie ihren Kindern steht kein einziges Wort oder
ein einziger Name drin. Diese Kettenbriefe dienen doch nur dem Zweck, die
nationalen Leidenschaften hochzupeitschen. Diese Kreise bringen mit Absicht
die Gegensätze noch mehr zum Ausdruck wie sie schon sind. |
|
| 22
Es gibt auch wirklich aufbauwillige Kräfte die gewillt sind, unter
den jeweiligen Verhältnissen und Umständen, wie wie sie in Deutschland
vorfinden, Aufbauarbeit zu leisten. Es muss aller Werktätigen Aufgabe
sein, sich von diesen Kreisen freizumachen, sich freizumachen von aller
Untertänigkeit und Demut, die besonders im Osten des Reiches so üblich
war und den Leuten klar und offen sagen, was sie wollen und was sie sind,
"Mephisto der Reaktion", um das deutsche Volk wieder dahin zu bringen,
wo es einmal war. |
|
| 23 Sie müssen sich scharen um die
antifaschiscischen Organisationen, die aufrichtig und ehrlich gewillt sind,
mit den vorhandenen Kräften den Aufbau Deutschlands durchzuführen.
Wer glaubt, dass wir dazu nicht fähig sind, gehe einmal durch unsere
Lager und sehe sich die deutschen Menschen an, die unter den zeltlich bedingten
Verhältnissen gesund und lebensfähig sind. |
|
| 24
Und jetzt ein anderes Bild der reaktionären Bestrebungen in unseren
Lagern. Was soll man dazu sagen, wenn sich heute sogar Rechtsanwälte
berufen fühlen, über Ethik in der Religion zu sprechen. Was hat
überhaupt Religion mit Politik zu tun. Religion ist eine Herzenssache
und soll es auch bleiben. Oder versucht man etwa wieder Religion als Schacherobjekt
in der Politik zu verwenden? War es nicht ein Papen, der jetzt vom Nürnberger
Gerichtshof freigesprochen worden ist, der die Religion für ein Linsengericht
an den schlimmsten Mephisto aller Zeiten verriet, an diesen Volksverführer,
der mit seinen gleissenden Reden das ganze deutsche Volk in den Abgrund
stürzte und Millionen Mensche, Männer, Frauen und Kinder dabei
zugrunde gingen und Millionen Menschen krank und siech an Leib und Seel
sind? |
|
| 25 Soll die Kirche wieder benutzt werden als
Mittel zum Zweck für solche reaktionären Bestrebungen, wie in
der Vergangenheit? Was soll man dazu sagen, wenn ein Geistlicher am Grabe
eines Flüchtlings erklärt: "Wir können stolz sein auf die
Opfer die wir gebracht haben". Auf was können wir eigentlich stolz
sein? Auf die Trümmerhaufen, die die Reaktion uns hinterlassen hat,
auf die unersetztlichen Kulturstätten, die zerstört wirden sind?
Religion soll man denen überlassen, die dazu berufen sind und die
Berufenen sollen sich nicht um Politik bekümmern, von der sie nichts
verstehen oder offensichtlich die Religion als Mittel zum Zweck benutzen. |
|
| 26 Man hört jetzt so oft die Frage, ja
was sollen wir machen? Jeder redet für sich das Beste. Wir müssen
uns auf den Standpunkt stellen, dass man nicht jeden nach den Reden beurteilen
soll, sondern nach den Taten. Man soll es denen glauben, die es durch die
Tat bewiesen haben, ihrer Überzeugung treu geblieben sind, dafür
gelitten und gekämpft haben. Man soll nicht jenen Leuten Glauben schenken,
die erst Monarchisten, dann Demokraten, unter Hitler Nazis waren und jetzt
sich als Antifaschisten ausgeben. |
|
| 27 Hinter diesen Leuten stehen ihre Auftraggeber
aller Schattierungen, stehen die Mephistos der Reaktion, die Grossgrundbesitzer
und Industriebarone, das Grosskapital zum Nutzen ihrer selbst und zum Schaden
des ganzen deutschen Volkes. |
|
28
Möge sich jeder Werktätige, ob Kleinbauer, Kleingewerbetreibender,
Handwerker oder Arbeiter dessen bewusst sein. Wir stehen am Scheideweg.
Ein Zurück gibt es nicht mehr. Noch einmal haben wir eine Chance,
jetzt oder nie. Ob wir einem Aufstieg oder einem Untergang entgegengehen,
ob wir als deutsches Volk in der Völkergemeinschaft aufgenommen werden,
oder ob wir als ganzes Volk untergehen. Dem Sozialilsmus gehört die
Zukunst, ob so oder so. Die Reaktion ist am Werke, jeden Fortschritt und
jede Verständigung zu untergraben.
Wir müssen uns entscheiden.
"Hic Rhodos, hic salta".
Wilhelm Lischnewski,
Danzig -- Lager Klövermarken. |
|
29 Brief aus Kolding
Hiermit drängt es mich, Ihnen in
unser aller Namen Dank zu sagen für die "Deutschen Nachrichten", die
wir nun rund 11 Monate lang kostenfrei erhalten. |
|
| 30
Was ist uns allen die Zeitung geworden? Zwar schimpft oder "meckert" mal
der eine oder der andere Flüchtling über diesen oder jenen Artikel,
über den er selbst anders denkt, aber sonst wird in jeder Woche schon
mit Spannung die neue Nummer erwartet. Es ist ja doch diese Zeitung fast
die einzige Nachrichtenvermittlerin der grossen Ereignisse in Deutschland,
unserm Gastland Dänemark und der ganzen Welt; denn der andere Neuigkeitenüberbringer,
der Rundfunkapparat, ist doch in den meisten Zimmern oder Fällen nicht
vorhanden. |
|
| 31 Hier in der Zeitung sehen wir die genauen
Zahlen der Wahleergebnisse, hier lesen wir die verschiedenen Meinungen
über ein Thema in Freiheit geschrieben (wie wir Deutschen es doch
alle lieben) und hier erfahren wir mehr und mehr, wann sich der Weg für
uns in die Freiheit unseres Deutschlands eröffnen wird. |
|
32 Die Vielseitigkeit
der "Deutschen Nachrichten" bringt jedem etwas oder vieles Lesenswertes.
Wir benutzen das Blatt
gern im Schulunterricht als moderne Lektüre und als Hilfsmittel in
der demokratischen Erziehung der Jugend. Dank dem Verständnis
und Entgegenkommen unserer Lagerleitung erhalten immer je 10 Jungen eine
Nummer. Das ist gerade eine Jungengemeinschaft unserer Berliner Schule
die einen Raum oder ein selbstgebautes Holzhaus bewohnt. |
|
33
Wir haben mit Freude festgestellt, dass von unserm Theaterstück für
alle Flüchtlinge "Wir Goldgräber" in Nr. 30 (Untere Seite) Bild
und Begleitschreiben abgedruckt waren.
Am 17. September d.
J. sandten wir Ihnen Zeichnungen und Begleitschreiben vom Zirkusspirl,
das wir beim grossen Sommerfest hier im Lager durchführten. Wir bitten
recht sehr um baldige Nachricht, ob für diese Sache Verwendung ist.
Die Jungen, die bei mir ohne ihre Angehörigen sind, warten sehnlichst
darauf.
Beste Grüsse
Erwin Elsholz,
Leiter der Berliner Schule. |
|
34 Liebe Berliner Schule,
im Laufe der Zeit kommen alle eingesandten Bilder an die Reihe. Nur
etwas Geduld. Es freut uns sehr, dass Euch die Zeitung gefällt.
Die Schriftleitung. |
|
35 "Vereinigte Staaten von Europa"
Durch den schweizerischen Blätterwald
wehte vor einigen Wochen ein leichter, frischer Wind, der den am politischen
Himmel aufsteigenden Nebel zu zerreissen scheint. Es wurde von einem Kongress
der Europa-Union berichtet, die zu bilden sich Männer aus verschiedenen
Ländern Europas als Ziel ernsthafter Besprechungen gesetzt haben. |
|
| 36 In Wertenstein,
am Vierwaldstätter-See, fand dieser Kongress statt. Die Beratungen
gipfelten darin, die Europa-Union, d. h. die Vereinigten Staaten von Europa,
nach dem Vorbild der Schweiz mit ihrem Viersprachengebiet zu formen. Wie
in der Schweiz Volksstämme mit ihren in sich verschiedenen Eigenarten
und Sprachen friedlich zusammenleben, und einen Staat im wahrsten demokratischen
Sinne bilden, so soll ein neues, friedfertiges Europa aufgebaut werden,
das berufen ist, die Völker unseres Erdteils zu einer einigen Gemeinschaftsarbejt
zusammenzuführen. Der Völkerhaus, der immer wieder geschürt
wurde, der Volk gegen Volk hetzte und der schliesslich die Ursache zu den
kriegerischen Auseinandersetzungen war, soll ein für alle mal beseitigt
werden. |
|
| 37
Eine öffentliche Kundgebung, die von einem grossen Teil des Schweizer
Volkes aus allen Schichten und von vielen in der Schweiz um diese Jahreszeit
sich zur Erholung aufhaltenden Ausländern besucht war, wurde auf dem
"Rütli", am Vierwaldstätter See abgehalten, also an der historischen,
auch von unserem Dichter Friedrich von Schiller in seinem "Wilhelm Tell"
besungene Weihestätte, an welcher vor Jahrhunderten der Grundstein
zur Schweizerischen Eidgenossenschaft gelegt worden ist. In einer Feierstunde
wurde dort in den Herzen der Anwesenden der Gedanke der Versöhnlichkeit
und Einigung mit stürmischer Begeisterung geweckt, der weiter getragen
werden soll in die Herzen aller Völker Europas. |
|
| 38
Der Grundgedanke ist, eine Bewegung zu erschaffen, die sich von Volk zu
Volk fortpflanzt und deren Weg von unten nach oben führt. Wenn erst
die Volksmassen der einzelnen europäischen Länder von dieser
Bewegung ergriffen sind, werden sich -- so folgert man -- auch die führenden
Männer von Politik und Wirtschaft derselben nicht verschliessen können,
ja sie werden von ihrem ungestümen Strom mitgerissen werden. |
|
| 39 Es kann
wohl als gutes Vorzeichen für das Gelingen gedeutet werden, dass die
Bewegung von einem Land ihren Ausgang nimmt, daas zu allen Zeiten, besonders
aber während der letzten grausamen Weltkrige einen hohen Klang der
Humanität in der ganzen Welt hatte und das, obwohl in hohem Masse
selbst Zuschussgebiet, jetzt nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wahre
Samariterdienste für die notleidende Menschheit leistet. Zudem geht
der Schweiz, dank ihrer traditionellen Neutralität der Ruf voller
Unparteilichkeit voraus. |
|
| 40 Bei diesen
Nachrichten werden wir versucht, die Frage uns vorzulegen: Will man auch
Deutschland als vollwertiges Mitglied in diese Europa-Union aufnehmen?
In den vorliegenden Berichten ist nichts davon gesagt, ob Deutschland bei
dem Kongress in Wartenstein zugegen bezw. eingeladen war, es wird darin
nur bedauert, dass den gemeldeten Delegierten von Österreich und Ungarn
im letzten Augenblick die Einreisegenehmigung in die Schweiz nicht erteilt
wurde. Eine offizielle Vertretung Deutschlands konnte wohl deshalb nicht
an diesem Kongress teilnehmen, weil eine anerkannte Regierung in Deutschland
noch nicht besteht. |
|
| 41 Wir wissen,
die Welt sehnt sich allenthalben nach einem wirklichen dauerhaften Frieden,
sie will endlich Taten sehen und so wird man bei den Friedenskonferenzen
bald auch sehr ernsthaft an die endgültige Lösung des Friedensproblem
mit Deutschland herangehen müssen; vielleicht ist man schon gezwungen,
dabei den Bestrebungen, die auf Bildung der Europa-Union hinzielen, in
weiser Planung auf weite Sicht Rechnung zu tragen. |
|
| 42 Kann
nun Deutschland von dieser Vereinigung der europäischen Staaten ausgeschlossen
oder innerhalb derselben zur dauernden Armut systematisch herabgedrückt
werden? Diese Fragen sind glatt zu verneinen. |
|
43 Die politische
Seite können wir bei näherer Beleuchtung dieser Fragen unberührt
lassen. Wir wollen uns nur von rein wirtschaftlichen Gedankgengängen
leiten lassen.
Europa ist zum grössten
Teil auf industrielle Betätigung eingestellt. Bei der fortschreitenden
Technik ist die Industrueerzeugung auf Massenverbrauchsgüter übergegangen,
die ihre Absatzmärkte beanspruchen, wenn nicht ganz erhebliche Schwierigkeiten
für die Industrie einzelner Länder eintreten sollen. Auch Deutschland
hat sich als hochindustrialisiertes Land in diesen Wirtschaftsprozess mit
einer beachtenswerten Vielfältigkeit von Erzeugungszweigen eingeschaltet,
wobei es allerdings den Bedarf seiner auf hohen Lebensstandard stehenden
Bevölkeerung aus den eigenen Erzeugungsquellen weitgehendst selbst
deckt. |
|
| 44 Dennoch stand Deutschland als Bedarfsgebiet
mit vielen anderen Ländern in sehr regen Wirtschaftsbeziehungen. Dafür
liefern uns die Aussenhandelsbilanzen der Jahre 1913 bis 1929 ein aufschlussreiches
Anschauungsmaterial, betrug doch im Jahre 1913 die Einfuhr rund 11 Milliarden
Mark. Wenn man bedenkt, dass bei diesen Wertziffern der grösste Prozentsatz
in Rohstoffen und Halbfabrikaten und ein weiterer grösserer Teil in
Nahrungsmitteln bestand, und wenn man weiter feststellen kann, dass an
dieser deutschen Einfuhr die europäischen Länder beteiligt waren,
so wird man ermessem können, dass die Welt, im engeren Sinne Europa,
Deutschland das Glied des Gesamtwirtschaftskörpers nicht abscheiden
kann. |
|
| 45 Es ist
zu erwähnen, dass den oben angeführten Einfuhrziffern Deutschlands
Ausfuhrziffern in ungefähr gleicher Höhe gegenüberstanden.
Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass in diesen Wertziffern der
qualitativ hochwertigen Ausfuhrgüter ein hoher Prozentsatz deutschen
Arbeitslohns, entsprechende Allgemeinkosten, wie Gehälter, Steuern,
Werbungskosten etc. und auch der normale Unernehmergewinn eingeschlossen
waren, sodass folgeerichtig von der eingeführten Summe an Rohstoffen
und Halbfabrikaten etc. der grösste Teil in Deutschland verblieb. |
|
| 46
Wir wollen uns bei dieser Betrachtung nicht darüber hinwegtäuschen,
dass sich der deutschen Ausfuhr in manchen Ländern Widerstände
entgegenstellten. Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg hat sich sogar
ein hoher Würdenträger eines Landes geäussert: Nun wird
Deutschland als Konkurrent auf dem Weltmarkt ein für allemal ausgeschaltet
sein. |
|
| 47 Das ist
als wirtschaftlicher Nonsens zu bezeichnen, denn solche Auffassungen verstossen
merkwürdigerweise gegen das einfache Naturgesetz, dass die Völker
von Gott geschaffen sind, um im wechselseitigen Austausch ihrer Geistesgaben
und Fähigkeiten in erzeugender Arbeit zu verwerten. |
|
| 48 Was würde eintreten, wenn Staatsmänner
der Siegerstaaten dieses Naturgesetz einfach ignorieren wollten, indem
sie Massnahmen ergreifen, die Deutschlands Industrie vernichten, deutsche
Patente zu Hunderttausenden, die Milliardenbeträge der Auswertung
repräsentieren, der deutschen Industreie kurzerhand entreissen, um
sie in ihren Ländern gewinnbringend auszubeuten? |
|
| 49 Die deutsche Arbeiterschaft würde in
ihrer Mehrheit der Arbeitslosigkeit und damit dem grauen Elend verfallen
oder Millionen deutscher Arbeiter, Techniker und Kaufleute müssten
auswandern, in erster Linie wohl nach überseeischen Rohstoffländern
mit dem Ziele, dort an der Errichtung neuer Verbrachs- und Produktionsgüter
-- Industrien, zum Schaden Europas, mitzuwirken. |
|
| 50 Dadurch würde nämlich Deutschland
als Einfuhrgebiet für Rohstoffe und Halbfabrikate aus Europa fast
völlig verschwinden müssen und es würde zu einem ständigen
Unruheherd im Herzen Europas werden, der bei geringsten wirtschaftlichen
Depressionserscheinungen in anderen Ländern für diese eine nicht
zu unterschätzende Ansteckungsgefahr bilden müsste. |
|
| 51 Die Widersprüche, die das unterm Hitler-Regime
begonnene Streben nach einer Wirtschaftsautarkie in Deutschland bei verschiedenen
europäischen Ländern, in denen wir als Handelspartner an erster
Stelle standen, damals auslöste, sind noch in Erinnerung und sie allein
liefern schon den untrügerischen Beweis dafür, wie gross der
Irrtum wäre, wollte man Deutschland als industriellen Staat innerhalb
Europas einfach ausschalten. |
|
| 52 Aus diesen
Überlegungen erhellt ohne weiteres, dass Deutschland mit seiner 60
Millionen-Bevölkerung dem Wirtschaftsgefüge einer Europa-Union
als wertvolle Stütze erhalten bleiben muss. Auf Grund seiner individuellen
Wirtschaftsgliederung mit einer Vielzahl von grösseren, mittleren
und kleinen Betrieben besass das deutsche Volk einen hohen Lebensstandard
in allen seinen Schichten und es trat demzufolge als Bedarfsträger
von Verbrauchsgütern ganz bewusst stark in Erscheinung. |
|
| 53 Auf diesen Bedarfsträger wird ein zu
einer Einheit geformtes europäisches Wirtschaftsgebilde nie verzichten
können. In gleicher Weise wäre es vermessen, das deutsche Volk
zu einem Volk zweiter oder dritter Klasse herabdrücken zu wollen.
Deutschland hat stets in hohem Masse zur europäischen Kultur beigetragen,
ja es war in vielen Ginden führend. Man wird auch weiterhin in einer
europäischen Staatengemeinschaft sein Kulturschaffen nicht entbehren
können. |
|
| 54 Erfreulicherweise
mehren sich die Stimmen, welche zu erkennen geben, dass bei der Fassung
der Potsdamer Beschlüsse bedauerliche Irrtümer hinsichtliche
der Behandlung Deutschlands unterlaufen sind. Kein geringerer als Churchill
hat in einer in der Universitätsaula in Zürich (Schweiz) gehaltenen,
aufsehenerregenden Rede, die wohl kaum zufällig zeitlich mit dem Kongress
und der Kundgebung der Europa-Union zusammen fiel, ausgesprochen, dass
die Welt einen grenzenlosen Aufschwung erleben werde wenn ein geeinigtes
Europa erstehen würde. |
|
| 55 Er hat sich realistisch genug, zu der Erkenntnis
durchgerungen, dass unter die Schrecknisse der Vergangenheit, wofür
die Schuldigen die verdiente Strafe büssen mussten, ein Schlusstrich
gezogen werden müsse. Das Hassgeschrei und die Rachevergeltung müsste
in die Zukunft gerichtet werden, für die es gelte, das Zustandekommen
einer europäischen Völkerfamilie mit aller Energie in die Wege
zu leiten. |
|
| 56 Als ersten Schritt dazu bezeichnet er die
Notwendigkeit der Versöhnung Frankreichs und Deutschlands. Beider
Länder müssten den geistigen Aufbau übernehmen mit dem Ziel
der Errichtung eines föderalistischen Aufbaus der Vereinigten Staaten
Europas. In der gleichen Linie liegt eine Erklärung des Nürnberger
Gerichtshofes, von der in Nr. 361 Seite 2 der "Jyllands-Posten" die Rede
ist und wonach dem deutschen Volke in seiner überaus grossen Mehrheit
ein juristischer Freispruch erteilt worden ist. |
|
| 57
Solche Äusserungen, die in der Bewegung für die Europa-Union
zweifellos ein starkes Echo finden werden, geben dem deutschen Volk neue
Hoffnung, aus seiner jetzigen Notlage wieder herauskommen zu können
und als gleichberechtiges Glied in der Vereinigung der europäischen
Staaten eingereiht zu werden, in der nicht Überheblichkeit oder Herrschsucht
einzelner Staaten oder Staatsgruppen andere Staaten und Völker zum
Ausbeutungsobjmekt herabdrückt, in welchen vielmehr nach korrekten
demokratischen Grundsätzen entschieden und gehandelt wird, mit dem
einzigen Ziele, das grosse Ganze nur zum Wohle aller europäischen
Völker zu gestalten. |
|
| 58 Wenn
die Bewegung für die Europa-Union energisch im Sinne dieser Eerkenntnisse
wirkt, so hat das deutsche Volk allen Grund, ihr mit Vertrau9en zu begegnen
und ihren Bestrebungen grösste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dann wird
auch das deutsche Volk aus allen seinen Schichten freudig seinen Teil an
diesem gemeinsamen europäischen Aufbauwerk beitragen im Range der
Gleichberechtigung und in der Achtung gegenüber allen Völkern
Europas. |
|
59 So wird schliesslich
auch hier das Bibelwort zur Wahrheit, dass Gott aus Bösen Gutes schafft.
Walter Rossberg,
Silkeborg-Bad. |
|
60 Über das Soldatentum
Sehr geehrter Herr Jochen Spatz!
Zu dem in Ihrer letzten
Nummer geschriebenen Artikel über das "Soldatentum" möchte ich
kurz einmal Stellung nehmen: (46-39#11). |
Om at være soldat
Meget ærede hr Jochen Spatz!
Til den artikel, som De
i sidste nummer skrev "om at være soldat" vil jeg gerne kort tage
stilling: |
| 61 Ich war
selbst Soldat und wurde als Offizier nicht für geeignet befunden,
weil ich zu Widersprüchen neigte und eine pazifistische Einstellung
hatte. Mir war nämlich das Elend bekannt, das jeder Krieg verursachte.
Ich denke nur an die armen Verwundeten. Wenn man heute versucht, die jungen
Soldaten darauf aufmerksam zu machen, dass wir den 2. Krieg verloren haben
und diesmal total, so hat das seinen Grund, denn die Wenigsten sehen diese
Niederlage ein. Ich erinnere nur an das Leben, das die ehemaligen Offiziere
der Dienstgruppe Dänemark führten. |
Jeg har selv været
soldat og blev fundet uegnet til at være officer, fordi jeg havde
en tilbøjelighed til modsigelse og en pacifistisk indstilling. Jeg
vidste nemlig, hvilken elendighed enhver krig fremkalder. Jeg kan bare
tænke på de stakkels sårede. Når man i dag forsøger
at gøre de unge soldater opmærksom, at vi har tabt krig nummer
to og det helt og holdent, så er det med god grund, for de færreste
indser nederlaget. Jeg behøver blot at tænke på det
liv, som de tidligere officerer førte i "Tjenestegruppe Danmark".
(reaktion: 46-48#11) |
| 62 Die Sonderstellung, die den deutschen Soldaten
im Leben des Volkes eingeräumt worden war und zur Arroganz führte,
ist noch nicht wieder ausgelöscht. Dann ist der deutsche Militarismus
nicht mit dem Soldatentum der anderen Nationen zu vergleichen. Die haben
zwar auch einen harten Drill, aber nicht derart, dass man dem Soldaten,
soweit er nicht Offizier ist, die Rechte nimmt, Mensch zu sein. Derjenige,
der seine Kameraden drückt, wird befördert, und der dann seine
Untergebenen am meisten schindet, kommt voran, gleich ob er schreiben kann
oder nicht. |
Den særstilling, der blev indrømmet soldaten i folkets
liv, og som førte til arrogance, er stadig ikke helt forsvundet.
Så kan man sammenligne den tyske militarisme med andre nationers
soldatervæsen. De har ganske vist en hård eksercits, men ikke
af den slags, at man fratager soldaten retten til at være menneske,
hvis han da ikke er officer. Den, der trykker sine kammerater ned, bliver
forfremmet, og den, der så skælder mest ud på sine undergivne,
kommer foran, ligegyldig om han kan skrive eller ej. |
| 63 Menschlich gesinnten Unterführern wird
die Eignung abgesprochen. Dann durfte kein Widerspruch herrschen, gleich,
ob berechtigt oder nicht. Schwarz war eben schwarz und wenn es weiss war.
Viele deutsche, brave Jungen mussten auf den Kasernenhöfen ihre Gesundheit
oder gar ihr Leben einbüssen, weil sie einem Menschenschinder in die
Hand gefallen waren. Ja, deutsche Mütter, ihr wisst oft nicht, warum
Euer Sohn eines Tages in der Garnison starb. -- |
Menneskeligt indstillede sergenter bliver erklæret uegnede. Her
skulle der ikke herske nogen modsigelser, ligegyldigt, om den var berettiget
eller ej. Sort var nemlig sort, også når det var hvidt. Mange
tyske, brave drenge måtte i kasernegårdene bøde med
deres sundhed eller endog med deres liv, fordi de var faldet i hænderne
på én, der foragtede menneskene. Ja, tyske mødre, I
véd mange gange ikke, hvorfor jeres søn en skønne
dag døde i garnisonen. |
| 64 Dann die Sanitätsoffiziere. Der wurde
Stabsarzt, der am meisten gesundschrieb ohne Rücksicht auf den Gesundheitszustand
des Einzelnen. Vor allem wurde in dem letzten Krieg ja verlangt, dass sie
keine Rücksicht bei der Kv.-Schreibung auf ihr ärztliches Gewissen
zu nehmen haben. Diese Herrn mucksten nicht und führten diesen verbrecherischen
Befehl aus. Da waren Menschen zu Kanonenfutter geworden. -- |
Så sanitetsofficererne. Den blev stabslæge, som udskrev
de fleste som sunde uden hensyn til den enkeltes sundhedstilstand. Fremfor
alt blev der jo i den sidste krig forlangt, at de ikke skulle tage hensyn
til deres lægelige samvittighed, når de skrive "ubrugelig til
fremtidig tjeneste" (n64). Disse herrer mukkede ikke
og udførte denne forbryderiske befaling. Så var mennesker
blevet til kanonføde. -- (reaktion: 46-47#15) |
| 65 Da der Begriff der Heimatverteidigung.
Diese Phrase benutzte Goebbels, als unsere Gegner an den Grenzen standen
und es dem Ende zuging. Vorher kämpften sie für die europäische
Völkergemeinschaft, Kultur und nationalsozialistische Weltanschauung.
Der deutsche Soldat hat niemals seine Heimat verteidigen brauchen, weil
wir niemals angegriffen worden sind. Erst als die Fronten zusammenstürzten
jenseits der Grenzen, konnte man vielleicht noch von einer Heimatverteidigung
sprechen. |
Så til begrebet hjemstavnsforsvar. Denne frase benyttede Goebbels,
da vore modstandere stod ved grænserne og det lakkede mod enden.
Tidligere kæmpede de for det europæiske folkefællesskab,
den europæiske kultur og den nationalsocialistiske verdensanskuelse.
Den tyske soldat har aldrig haft nødig at forsvare sin hjemstavn,
for vi er aldrig blevet angrebet. Først da fronterne brød
sammen på den anden side af grænserne, kunne man måske
tale om at forsvare hjemstavnen. |
| 66 Durch die ungeheure Tapferkeit und den zähen
Widerstand, den unsere Soldaten in den letzten Jahren leisteten, erreichten
sie, dass der Krieg verlängert wurde und die Heimat völlig zerstört.
Man konnte sich doch seit 1943 an allen Fingern abzählen, dass der
Krieg nicht mehr zu gewinnen war, und das Aushalten nur eine Lebensverlängerung
der nazistischen Elemente war. -- |
Gennem den uhyre tapperhed og den seje modstand, som vore soldater
ydede i de sidste år, opnåede de, at krigen blev forlænger
og hjemstavnen ødelagt i bund og grund. Man kunne dog fra 1943 meget
nemt regne ud, at krigen ikke mere stod til at vinde, og at det at holde
ud kun var en livsforlængelse for de nazistiske elementer. -- |
| 67 Wenn sich heute die Offiziere beim
Wiederaufbau eifrig beteiligen, so haben sie allen Grund dazu, denn sie
haben einen grossen Teil Schuld an unserer jetzigen Lage. Sie forderten
und zwangen die Soldaten mit der Pistole, standzuhalten, obwohl sie selbst
wussten, dass alles verloren war. Sie sorgten nicht nur für die Zerstörung
der Heimat, sondern trieben auch 100.000de noch für eine verlorene
Sache in den Tod und raubten vielen anderen ihre Gesundheit oder ihre heilen
Glieder. So steht es mit dem deutschen Soldatentum. -- |
Når officererne i dag ivrigt deltager i genopbygningen, så
har de al mulig grund til det, for de har for en stor del skylden for vores
nuværende situation. De krævede og tvang soldaterne med deres
pistoler til at holde stand, selv om de selv vidste, at alt var tabt. De
sørgede ikke blot for ødelæggelsen af hjemstavnen,
men drev yderligere hundrede tusinder ind i døden for en tabt sag
og røvede mange andres sundhed eller deres hele lemmer. Sådan
står det til med det tyske soldatervæsen. -- |
| 68 Hier sieht man deutlich, wohin diese Eigenschaften
führen: Gehorsam, Aufopferung und Eidhalten bis zum letzten Augenblick.
Der Kampf der deutschen Soldaten war nach 1942 ein Verbrechen gegen sich
selbst, ihre Familie und Volk. Schuld, Verantwortung tragen die Offiziere,
die die Lage kannten und nicht den Mut hatten, Hitler und seine Stäbe
zu stürzen, und die Wehrmacht von ihrem Eid zu entbinden. Diese Herren
grauten sich vor dem Kriegsende. Im Krieg lebten sie herrlich und in Freuden,
soffen und hatten fragwürdige Frauenzimmer bei sich. Nach dem Krieg
hätten sie wieder arbeiten müssen. |
Her ser man tydeligt, hvad disse egenskaber: lydighed, opofrelse og
overholdelse af sin ed til sidste øjeblik førte til. De tyske
soldaters kamp var efter 1942 en forbrydelse mod dem selv, mod deres familie
og mod deres folk. Skyld, ansvar bærer de officerer, der kendte situationen
og ikke havde mod til at styrte Hitler og hans stabe og løse værnemagten
fra dens ed. Disse herrer gruede for afslutningen på krigen. I krigen
levede de herligt og i glæde, drak og havde tvivlsomme fruentimmere
hos sig. Efter krigen måtte de igen arbejde. |
| 69 Ausserdem warf ihnen Hitler Sterne und Auszeichnungen
zu für ihre "Heldentaten". Wenn sich Landser von ihrer Truppe entfernten,
um ihrer Familie oder Bekannten auf der Flucht zu helfen oder versprengt
wurden, hängte man sie einfach auf. Ja, selbst nach dem 20. Juli 1944
stellten sie sich auf die politische Rednertribüne und verfluchten
Witzleben und seine Mitkämpfer als ehrlose Verbrecher. Sie selbst
aber führten ein Volk mit Bewusstsein in den Tod. -- |
Desuden tilkastede Hitler dem stjerner og udmærkelser for deres
"heltegerninger". Når infanterister flygtede fra deres gruppe for
at hjælpe deres familie eller deres bekendte på flugt eller
når de foer vild fra gruppen, hængte man den simpelthen. Ja,
selv efter den 20. juli 1944 stillede de sig op på den politiske
talerstol og forbandede Witzleben (n69) og hans medkæmpere
som æreløse forbrydere. Men selv førte de med fuldt
overlæg et folk ind i døden. -- |
70 Alle diese Vorkommnisse beweisen
doch, dass sich das deutsche Soldatentum nicht mit dem der anderen Nationen
auf eine gleiche Stufe stellen kann. Sie kannten nur Gehorsam nach oben,
aber waren zu feige und darauf kommt es schliesslich an, ihre eigenen Anschauungen
und ihr eigenes Wollen durchzusetzen. Hätten sie es getan, brauchte
das deutsche Volk heute nicht zu frieren, zu hungern und zu sterben.
Franz Specht,
Flüchtlingskrankenhaus, Annebergvej,
Aalborg. |
Alle disse tildragelser beviser dog, at det tyske soldatervæsen
ikke kan stilles på samme trin som andre nationers soldatervæsen.
De kendte kun lydighed fra oven, men var for feje til at sætte deres
egne anskuelser og deres egen vilje igennem, og det kom det til syvende
og sidst an på. Havde de gjort det, behøvede det tyske folk
ikke at fryse, sulte og dø i dag.
Franz Specht,
Flygtningesygehuset, Annebergvej,
Aalborg. |
71 Ist Margarine minderwertig?
In den Deutschen Nachrichten Nr. 32
vom 26. August steht unter einem Fabrikationsbild: In Dänemark läuft
die Margarine-Erzeugung an". --
Wir Grosstädter haben uns ja mit
der Margarine als Volksnahrungsmittel abgefunden und sind mit der jetzigen
Zuteilung von 20. gr. frischgenkirnter Margarine zufrieden. |
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| 72 Es gibt
hier nun viele Landfrauen, die die Antipathie gegen Margarine gegenüber
dem bisherigen regelmässigen Genuss von Naturbutter noch nicht überwinden.
Ich soll nun, gestützt auf meine Kenntnisse in der Margarine- und
Kunstspeisefett-Erzeugung, hier den Landwirtsfrauen, die einer Vereinigung
der Landwirte angehören, einen Vortrag über Margarine halten.
Ich bitte Sie, werter Herr, wenn möglich um Angabe der prozentualen
Bestandteile von der Margarine, die in Dänemark für uns Flüchtlinge
hergestellt wird, also die vegetabilischen und die animalischen Öle
und Fette in- und ausländischen Ursprungs und ferner besonders, ob
für die Herstellung Trockenmilchpulver oder Frischmilch, Voll- und
Magermilch in angesäuertem Zustand zur Butteraromaerzeugung in der
Margarine verwandt wird. -- |
|
73 Es ist mir bekannt, dass Dänemark neben
Deutschland vor dem Kriege durch eine Spitzenleistung im Herstellungsverfahren
einer erstklassigen Magarinesorte massgebend war. --
Für die Antwort danke ich Ihnen
im Voraus.
Mit bestem Gruss
Emil Lichtenecker. |
|
74 N. B. Ich bin von 1898 bis 1932 nahezu 35
Jahre als Betriebsbeamter mit den verschiedensten Fabrikationsmethoden
in der Herstellung von Margarine und sämtliche Speisefetten, Kunstspeisefetten
vertraut geworden.
Nach dem im Jahre 1896 aufkommenden
Margarinegesetz in Deutschland war die Zusammensetzung der Margarine folgende:
80% reine Fetteile -- vegetab. u. animal.
Öle und Fette.
4% Salz, Kasein, Lecitin, Milchzuckerteile.
16% Wasser.
E. Lichtenecker. Flüchtlingslader 6303. |
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75 Margarine
Auf Grund von Vorstellungen bei der
Flüchtlingsverwaltung, dass in gewissen Lagern Gerüchte im Umlauf
seien, wonach aus dem Umtausch der Butter in Margarine den Flüchtlingen
ein direkter Schaden erwachse, ist die Sanitetsafdeling um Stellungnahme
ersucht worden.
Die Antwort der Sanitetsafdeling
lautet wir folgt: |
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| 76 Margarine besteht entweder
aus erhärteten Walfisch- oder Pflanzenfettstoffen -- bezw. aus animalischer
oder vegetabiler Margarine. Diese beiden Produkte sind völlig vitaminfrei,
wodurch sie sich von der Butter unterscheiden. Man setzt deshalb die Vitamine
A und D zu, sodass ihr Vitamingehalt auf gleicher Höhe mit dem der
Butter kommt. |
|
77 Nach dänischem
Gesetz -- Nr. 143 v. 7.5.1937 -- soll alle Margarine, die in Dänemark
gehandelt wird, 14-18 internationale A- und 0,1-1 internationale D-Vitamineinheiten
pro Gramm enthalten.
Der einzige Unterschied
zwischen Butter und dänischer Margarine in ernährungsmässiger
Hinsicht besteht daher im Geschmack. Der Fettgehalt -- und dementsprechend
der Kalorienwert -- und der Vitamingehalt sind als ein und dasselbe zu
betrachten. |
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| 78 Margarine hat
sogar den Vorteil vor der Butter, dass ihr Vitamingehalt sich das ganze
Jahr hindurch gleich hält, während der Vitamingehalt der Butter
gewöhnlich im Winterhalbjahr weit niedriger ist als im Sommerhalbjahr. |
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| Anmerkungen |
Noter |
| n64 |
Jeg gætter på, at det er det, der menes. Se også
46-47#21! |
| n69: Von Witzleben war von den Teilnehmern
der Putsch gegen Hitler 20. Juli 1944 dazu ausgesehen den Oberbefehl der
sämtlichen Wehrmach zu übernehmen. Er wurde zum Tode verurteilt
und hingerichtet am 8. August 1944. |
n69: Von Witzleben var af deltagerne i kuppet mod Hitler den 20. juli
1944 udset til at blive øverstbefalende for hele værnemagten.
Han blev dømt til døden og henrettet den 8. august 1944. |
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